Wiener Philharmoniker, Magdalena Kožená und junge Musiker: Vorverkauf für „Dvořákova Praha“ läuft
Das internationale Musikfestival „Dvořákova Praha“ findet im September in der tschechischen Hauptstadt statt. Die Veranstalter haben vor kurzem auf einer Pressekonferenz das Programm vorgestellt, der Kartenvorverkauf läuft. Martina Schneibergová hat mit Festivaldirektor Jan Simon gesprochen.
Herr Simon, das Festival „Dvořákova Praha“ – „Dvořáks Prag“ – wird jedes Jahr mit einer Art Ouvertüre eröffnet, bei der Orte besucht werden, die mit Antonín Dvořák verbunden sind. Wohin führen diesmal die Schritte der Teilnehmer auf den Spuren des Komponisten?
„Wir haben in den vergangenen Jahren fast alle Orte besucht, die mit dem Komponisten zusammenhängen. Wenn es jedoch eine Stadt gibt, die es sich lohnt, erneut zu besuchen, dann ist dies zweifelsohne Prag. Prag ist mit Dvořáks Leben am stärksten verbunden. Viele seiner Werke sind hier entstanden. Darum haben wir uns entschieden, andere Orte in der tschechischen Hauptstadt als vor ein paar Jahren zu besuchen.“
Welche Orte und welche Kirchen gehören dazu?
„Etwa die Stephanskirche. Diese steht um die Ecke von Dvořáks Wohnung in der Straße Žitná Nummer 14. Genauso gehört die Ignatius-Kirche auf dem Karlsplatz dazu. Es gibt jedoch mehrere Orte, die der Komponist privat gern besucht hat und an denen er seine Gedanken präzisiert hat.“
Gibt es bei dem Festival eine Residenzkünstlerin oder einen Residenzkünstler?
„Es ist bei unserem Festival keine Regel, aber für dieses Jahr haben wir uns entschlossen, die frische Trägerin des Antonín-Dvořák-Preises, die renommierte Mezzosopranistin Magdalena Kožená, als Residenzkünstlerin zu engagieren.“
Wird es auch in diesem Jahr wieder die verschiedenen Konzertreihen geben?
„Ja, weiterhin werden die Standardreihen fortgesetzt – wie beispielsweise die Dvořák Collection, die Kammermusikreihe, die Konzertreihe der Tschechischen Philharmonie, die Orchester der Welt oder die Reihe Opera in Concert. Im Rahmen der zuletzt genannten Reihe wird eine Oper konzertant aufgeführt.“
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Welche Oper steht dabei diesmal auf dem Programm?
„Diesmal haben wir die Oper ,Jakobín‘ (,Der Jakobiner‘, Anm. d. Red.) ausgewählt, die zu den bekanntesten Opern des Komponisten gehört. Sie wird erstaunlicherweise jedoch nicht so häufig gespielt, wie man erwarten würde.“
Letztes Jahr standen die sogenannten „Konzerte ohne Krawatte“ zum ersten Mal auf dem Programm. Wird diese Reihe fortgesetzt?
„Ja, denn wir haben damit einen sehr großen Erfolg verzeichnet. Deswegen haben wir uns entschieden, mit dem Projekt weiterzumachen. Es wird drei Konzerte geben. Der Schlager dieser Reihe ist für mich die Begegnung des Jazzpianisten Brad Mehldau mit dem klassischen Pianisten Kirill Gerstein. Dies ist jedoch nur eine oberflächliche Betrachtung, weil Kirill Gerstein ursprünglich am Berkeley Institute in den USA studierte, wo man vor allem Jazz studiert. Erst danach fing er mit dem ernsthaften Studium der Klassik an. Bei Mehldau ist es umgekehrt. Beim zweiten Konzert treten zwölf Cellisten der Berliner Philharmoniker im Rudolfinum auf. Die dritte Veranstaltung ist ein Clubkonzert im Theater X10, wo das Ensemble Classique unter dem Titel ,Brassissimo‘ spielt.“
Wer versteckt sich darunter?
„Das sind zumeist Mitglieder der besten deutschen Orchester wie des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks. Sie fangen mit klassischen Werken an, es folgen verschiedene Bearbeitungen von Kompositionen für ein Bläserensemble mit der Begleitung von Schlagzeug.“
Auf welche renommierten Orchester können sich die Musikliebhaber freuen?
„Von den Rundfunk-Symphonieorchestern haben wir das Orchester des Tschechischen Rundfunks eingeladen, das sein 100. Jubiläum begeht. Bei dem Festival spielen außerdem noch einige weitere Orchester der Top-Klasse. Eröffnet werden die Festspiele vom Orchester Filarmonica della Scala unter der Leitung von Riccardo Chailly und mit der Cellistin Julia Hagen. Anschließend tritt das Tonhalle-Orchester Zürich mit dem Dirigenten Paavo Järvi und dem tschechischen Geiger Josef Špaček auf. Das Highlight ist das Konzert der Wiener Philharmoniker unter der Leitung von Tugan Stokhiev. Solistin ist eine dreimalige Grammy-Gewinnerin, die Geigerin Hilary Hahn.“
Wird die selbständige Konzertreihe der Tschechischen Philharmonie beibehalten?
„Ja. Die Philharmoniker werden sich dem Publikum bei drei Konzerten vorstellen. Beim ersten Konzert unter Semjon Bytschkow debütiert in Prag der koreanische Wunderpianist Yunchan Lim, der 2022 den Internationalen Van-Cliburn-Klavierwettbewerb gewann. Im Rahmen der Residenz von Magdalena Kožená findet das Konzert ,Una festa barocca‘ statt, das eine Huldigung an Vivaldi und Händel ist. Zum Abschluss spielt die Tschechische Philharmonie unter der Leitung der Dirigentin Elim Cham aus Hongkong und als Solist tritt ein Grammy-Gewinner, der Geiger Gil Shaham, mit Prokofjews Violinkonzert auf.“
Das Festival arbeitet mit dem Wettbewerb für junge Musiker Concertino Praga zusammen, das in diesem Jahr 60 Jahre seines Bestehens feiert. In der Jury sitzen sogar einige ehemalige Preisträger von Concertino Praga. Wie ist Ihre Erfahrung mit diesem Wettbewerb, der vom Tschechoslowakischen Rundfunk ins Leben gerufen wurde?
„Kurzgefasst – das ist auch der Sinn des Wettbewerbs, wenn die ehemaligen Preisträger nun als Juroren dabei sind. Die früheren Gewinner haben alle eine große Karriere gemacht. Zu nennen sind beispielsweise der Geiger und Dirigent Dmitry Sitkovetsky oder die Violinistin Isabelle Faust. Es ist nett, wenn die Preisträger nach Jahren zurückkommen, um ihre Nachfolger zu bewerten und zur weiteren Arbeit zu ermutigen.“
Das Festival „Dvořákova Praha“ findet vom 5. bis 23. September statt. Der Kartenvorverkauf läuft.
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