Winzer bilanzieren: Rebstöcke und Weinkeller vom Tornado stark beschädigt

Weinberg in Lužice

Zerstörte Weinkeller und Einrichtungen für die Weinproduktion, zerschlagene Flaschen und stark beschädigte Rebstöcke. Der Tornado, der vor einer Woche einige Gemeinden in Südmähren fast dem Erdboden gleich machte, hat auch die dortigen Winzer stark geschädigt.

Winzerhaus in Mikulčice | Foto: Luděk Peřina,  ČTK

Mehrere der Winzer verloren ihre Häuser. In ihrem Fall hat das eigene Wohnen Vorrang vor der Weinproduktion. Dies geht aus einer kleinen Umfrage hervor, die die Nachrichtenagentur ČTK unter den Weinproduzenten aus Hrušky / Birnbaum, Lužice / Luschitz, Moravská Nová Ves / Mährisch Neudorf und Mikulčice / Mikultschitz durchgeführt hat.

Den Betrieb, in dem er seinen Wein hergestellt habe, gebe es praktisch nicht mehr, sagte Petr Marada aus Mikulčice. Vernichtet seien zudem zehn Kunststoffbehälter für 20.000 Liter, und die Giebelwände der Scheune seien eingestürzt, so der Winzer. Marada schätzt, dass rund 1000 Weinflaschen zu Bruch gegangen sind. Seine beiden Weinkeller hätten kein Dach mehr, und die Kühlung sowie weitere Maschinen seien beschädigt, merkte er an. Auch die Reben in den Weinbergen wurden stark beschädigt. Marada muss sich jedoch seinen Worten zufolge zuerst um ein Dach über dem Kopf für seine Familie kümmern.

Weinberg in Mikulčice | Foto: Luděk Peřina,  ČTK

Beim Weinhersteller Košut aus Moravská Nová Ves veursachte der Tornado Schäden in den Weinbergen sowie in der Produktion. Das Dach sei abgerissen worden, die Technik habe vermutlich aber überlebt, teilte Luděk Košut mit. Doch vom Lager, in dem seine Maschinen stünden, seien nur Wände geblieben. Bisher dürfe man das Lager nicht betreten, sagte er. Seinen Worten zufolge wurden rund acht Hektar Reben beschädigt. Košut befürchtet, bei der diesjährigen Weinlese bis zu 90 Prozent Verlust einzufahren.

Beim Winzer Ambrož in Lužice wurden zwar der Weinkeller und Betrieb nicht beschädigt. Rund 30 Prozent seiner Reben seien jedoch vernichtet worden, beklagte der Unternehmer. In diesem Jahr werde er daher wahrscheinlich Trauben von anderen Weinbauern kaufen müssen, so der Winzer.

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