Zahlungsmoral tschechischer Firmen sinkt

Foto: Filip Jandourek, Archiv des Tschechischen Rundfunks

Die Zahlungsmoral tschechischer Firmen ist im vergangenen Jahr gesunken. 76 Tage vergingen im Schnitt, bis eine Rechnung beglichen wurde. Das ist der schlechteste Wert seit 2009, damals mussten Lieferanten 77 Tage auf ihr Geld warten. 2012 waren es 75 Tage gewesen. Die Zahlen gehen aus einer Studie des Finanzinstituts ČSOB-Factoring hervor, das Institut erhebt jedes Jahr Daten zur Zahlungsmoral der Firmen in der Tschechischen Republik.

Foto: Filip Jandourek, Archiv des Tschechischen Rundfunks
Im Vergleich mit den Nachbarländern bewegt sich Tschechien mit diesen Werten im unteren Bereich. So begleichen slowakische Firmen im Durchschnitt nach 60 Tagen ihre Rechnungen und österreichische Unternehmen nach 50 Tagen. Deutsche Firmen liegen in Mitteleuropa an der Spitze, sie zahlen bereits nach 41 Tagen.

Ein Sprecher von ČSOB-Factoring erklärte, dass die schlechte Zahlungsmoral in Tschechien vor allem mit den geringen Kapitalreserven der Unternehmen zusammenhänge. Betroffen seien davon vor allem mittlere und kleine Firmen, so der Sprecher.

Aber auch hierzulande gab es in einigen Zweigen eine Verbesserung. So wuchs die Zahlungsmoral im Einzelhandel, die Wartezeit auf das Geld verkürzte sich von 78 auf 72 Tage. Auch im Maschinenbau wurden im Schnitt fünf Tage eher die Forderungen beglichen, und zwar innerhalb von 80 Tagen. Eine Verschlechterung gab es hingegen im Bauwesen: Um zehn Tage stieg die Wartezeit, sie betrug normalerweise 92 Tage.

Die größte Zahlungsmoral bewiesen 2013 die Autohersteller und ihre Zulieferer in Tschechien sowie die Logistikunternehmen. Sie überwiesen in der Regel schon nach 66 Tagen.

Autor: Till Janzer
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