Zuversichtlich, aber noch nicht designiert: ODS-Chef Nečas auf der Burg
Bürgerdemokraten-Chef Petr Nečas war abermals auf der Burg bei Präsident Klaus zu Gast. Der Termin war vor zwei Wochen vereinbart worden, nachdem Nečas vom Präsidenten offiziell beauftragt worden war Koalitionsverhandlungen aufzunehmen. Der Präsident wollte über den Stand der Dinge informiert werden.
In einem Monat soll also spätestens ein Premier Petr Nečas mit der neuen Regierung am Werk sein. Auch wenn die drei Mitte-Rechts-Parteien ungewöhnlich schnell zu gemeinsamen Standpunkten finden, eingetütet und abgehakt ist noch keines der sieben wichtigsten Themen.
„Mit dem künftigen Koalitionsvertrag sieht es ein wenig anders aus, als man es kennt. An den Verhandlungen nehmen zwei völlig neue Parteien teil, das heißt, es werden voraussichtlich mehr Einzelheiten in diesem Vertrag festgelegt sein, als das normalerweise der Fall ist. Aber ich sehe darin kein Problem, das nicht überwunden werden kann.“Man beeile sich voranzukommen, in der nächsten Woche würden die Verhandlungen täglich unter Beteiligung der Parteichefs stattfinden, bestätigte ein aufgeräumt und zuversichtlich wirkender Petr Nečas.
Die Zuversicht rührt möglicherweise auch daher, dass Nečas sicher sein kann, am kommenden Wochenende vom kommissarischen zum gewählten Parteichef der Bürgerdemokraten aufzusteigen.
Ein anderer möglicher Grund: Der Streit zwischen dem Gründungsvater der ODS, Václav Klaus, und der Parteiführung scheint beigelegt. Klaus´ Widersacher, Ex-Premier und Ex-Parteichef Topolánek ist aus dem Weg geräumt. 2008 hatte der Präsident aus Ärger über Person und Politik Topoláneks seinen Ehrenvorsitz in der Partei niedergelegt. Zwar wird Klaus nicht zum ODS-Kongress erscheinen, er hat Petr Nečas nun jedoch einen Brief an die Delegierten mitgegeben, den der Parteichef vorlesen soll. Nečas ließ sich auf dem Pressebriefing nicht überreden, schon jetzt etwas aus Klaus´ Brief zu rezitieren. Da müsse man geduldig bis Samstag warten.







