Alternativen zur Kurzwelle, Bioethnaol und der Film Habermann

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Themen sind diesmal die Alternativen zur Kurzwelle für den Empfang von Radio Prag, die Beimischung von Bioethanol in tschechischen Kraftstoffen und der tschechisch-slowakisch-deutsche Film Habermann.

Hörerpost
Wieder sind zwei Wochen vorüber und Sie, liebe Hörerinnen und Hörer, haben erneut fleißig Briefe, Postkarten und E-Mails geschrieben. Vielen Dank auch für die zahlreiche Weihnachtspost und Neujahrsglückwünsche, die darunter waren.

Den größten Anteil haben wie immer die Sendeberichte ausgemacht, so zum Beispiel von Dietmar Eisenhauer aus Fränkisch-Crumbach, Martina Pohl aus Überlingen, Holger Wolf aus Mannheim, Torsten Gogolin aus Werdau, Reinhard Wurzbacher aus Berg, Heinz und Felicitas Haring aus Kapfenberg in Österreich, Sandro Blatter aus Schwerzenbach in der Schweiz und Sebastian Arndt aus Remstädt. Auch im nicht-deutschsprachigen Ausland werden die Sendungen von Radio Prag gehört, bestätigt haben das unter anderem Johannes Smohltschitsch aus Subotica in Serbien und Osamu Aikawa aus dem fernen Tokyo.

Natürlich beschäftigt Sie und uns weiterhin, was mit Radio Prag geschieht und vor allem, wie Sie unser Programm weiter verfolgen können. Erich Kröpke aus Magdeburg schreibt dazu:

„Ich bedauere die Einstellung der Ausstrahlung über Kurzwelle sehr; ich habe nämlich keinen Satellitenempfänger und muss daher aufs Internet ausweichen. Vielleicht gibt es ja doch die Möglichkeit, für einmal am Tag preiswert im Ausland Sendezeit auf Kurzwelle anzumieten? Was passiert mit den Kurzwellen-Sendern? Werden Sie „abgewrackt“ oder fremdvermietet?“

Herr Kröpke, von welchem Sender auch immer man sendet, die Kurzwelle ist eine vergleichsweise teure Angelegenheit. Mit einem Sender im Ausland wäre uns auch nicht geholfen. Und wir haben ja all die Jahre auch beispielsweise über das portugiesische Sines gesendet. Eine gute Frage ist, was mit dem Kurzwellensender in Litomyšl nun geschieht. Radio Prag ist das einzige Programm, das über Kurzwelle von dort ausgestrahlt wird. Der Sender gehört aber nicht dem Tschechischen Rundfunk, sondern der Firma České radiokomunikace, die in Tschechien alle Arten von Sendefrequenzen verwaltet. Von daher ist uns im Rundfunk nicht bekannt, was mit Litomyšl geschieht.

Foto: Archiv von Radio Prag
Helmut Matt aus dem badischen Herbolzheim ist ebenfalls ein treuer Radio-Prag-Hörer. Er berichtet über seine Erfahrungen mit den Alternativen zur Kurzwellen-Ausstrahlung:

„Ich bin natürlich auch nicht glücklich darüber, dass Radio Prag die internationalen Kurzwellenbänder verlassen wird. Schade. Und dabei hat ihre Station doch auch für 2011 noch einmal eine ganz neue, sehr schöne QSL-Kartenserie herausgegeben. Ich denke aber, dass es nach wie vor eine ganze Reihe von Möglichkeiten gibt, die Sendungen von Radio Prag zu empfangen. Die Satellitenposition 23,5 Grad Ost, über die Ihre Programme zu hören sind, liefert ausgezeichnete Klangqualität, kann aber von den meisten deutschsprachigen Freunden Ihrer Programme nicht empfangen werden, weil die Standardposition von Sat-Antennen in Mitteleuropa 19,2 Grad Ost ist. Nun, ich habe eine drehbare Antenne und will mich nicht beklagen.“

Helmut Matt schreibt deswegen auch, dass er häufig das Internet nutzt. Aber nicht nur das:

„Auch die Möglichkeit, Ihre vollständigen Sendungen über Radio700.info als Podcast zu abonnieren und mit dem iPod zu hören, finde ich super.“


Einige Ihrer Zuschriften, liebe Hörerinnen und Hörer, haben auch Fragen an uns beinhaltet. So will Achim Shaukat etwas über die Kraftstoffe in Tschechien wissen:

„In Deutschland wird ab 2011 der E-10-Kraftstoff eingeführt, bei dem zehn Prozent Bioethanol enthalten sind. Dieser Kraftstoff ist für viele Automodelle schädlich. Wie ist es bei den Kraftstoffen in der Tschechischen Republik? Wie viel Bio-Kraftstoff ist im Benzin Natural 95 enthalten? Gibt es ebenfalls Diskussionen darüber in Tschechien?“

Foto: Barbora Kmentová
In Tschechien geht man beim Bioethanol etwas langsamer vor. 2008 wurde die Beimischung zum fossilen Kraftstoff eingeführt und nur langsam wird der Anteil angehoben. Am 1. Juni vergangenen Jahres ist das erneut geschehen, seitdem beträgt die Mindestbeimischung im Benzin Natural 95 nicht etwa fünf Prozent, sondern bisher erst noch 4,1 Prozent. Beim Diesel stieg sie auf 6 Prozent. Ursprünglich waren leicht höhere Werte angepeilt worden. Man muss sagen, dass die Erhöhung des Anteils auch in Tschechien diskutiert wird. Mit Sicherheit nicht ganz so breit wie in Deutschland, aber sie birgt politischen Zündstoff. So hatte Staatspräsident Klaus im vergangenen Jahr das Gesetz zur Erhöhung des Anteils von Bioethanol mit einem Veto blockiert. Er bemängelt, dass der Umwelteffekt der Beimischung von Biokraftstoffen nicht bewiesen ist. Klaus wurde aber letztlich vom Abgeordnetenhaus überstimmt. Auch Umweltorganisationen haben Zweifel. Laut Hnutí Duha, das ist die größte tschechische Umweltorganisation, wäre es besser, Biomasse für Kraftwerke anzubauen.


Habermann
Ein ganz anderes Thema schneidet Thomas Ueberall aus Schkeuditz an. Er hat sich nach unserem Bericht im Kultursalon den Film Habermann - oder auf Tschechisch Habermannův mlýn - angesehen. Der Film von Juraj Herz spielt in den Sudetengebieten in der Zeit kurz vor der Besetzung durch die Nazis bis zur Vertreibung der Deutschen unmittelbar nach dem Krieg. Habermann gilt als der erste tschechisch-deutsche Film über Krieg und Vertreibung. Herr Ueberall schreibt:

„Ich muss sagen, dass der Film mich sehr beeindruckt und bewegt hat. Ich denke, er regt Zuschauer beider Länder zum Nachdenken über die Vergangenheit an, da er versucht, eine differenzierte Sicht auf Personen und Handlungen in der damaligen Zeit zu werfen. Sicherlich wird im Film gerade in der ersten Hälfte manches nur episodenhaft angerissen und wirkt dadurch etwas zu kurz geraten. Aber zum Ende des Films fügen sich dann alle Einzelteile zu einem kompletten Bild zusammen, was einen betroffen im Kino zurücklässt. Ich habe jedenfalls einige Zeit zum Verschnaufen gebraucht und bin froh, nicht in der Zeit gelebt zu haben. Mich würde interessieren, wie der Film von den Zuschauern in Tschechien aufgenommen wurde?“

Aus dem Film Habermann  (Foto: Bontonfilm)
Die Meinungen der tschechischen Zuschauer zum Film lassen sich natürlich schwerlich zusammenfassend wiedergeben. Aber für einen Film mit solch einem Thema hat er recht guten Erfolg bei den tschechischen Zuschauern gehabt. Der Streifen war im Oktober angelaufen und hat sich zehn Wochen in der Top 20 der Kinocharts gehalten. Bis Anfang Dezember haben über 120.000 Menschen in Tschechien Habermann gesehen, das ist kein absolutes Spitzenergebnis, aber sehr solide. Anders als die Zuschauer waren die Kritiker in Tschechien eher im Zweifel über den Film. So wird dem Regisseur Juraj Herz zum Teil vorgeworfen, Personen und Handlung zu schematisch dargestellt zu haben. Aber es gab auch lobende Kritiken, muss man hinzufügen.


Foto: Martina Stejskalová
Und damit sind wir schon wieder am Ende unseres heutigen Hörerforums angelangt. Über ihre Fragen, Anregungen, über Lob und Kritik freuen wir uns auch weiterhin. Schicken können Sie alles per Post an Radio Prag – Deutschsprachige Redaktion, Vinohradská 12, 120 99 Praha 2, Tschechische Republik, oder per E-Mail an deutsch@radio.cz. In zwei Wochen gibt es eine neue Ausgabe des Hörerforums. Bis dahin machen Sie es gut!