In die St. Veit-Kathedrale von nun an nur mit Eintrittskarte

Veitsdom

Sie ist die größte und wohl berühmteste Kirche Tschechiens: der Veitsdom auf der Prager Burg. Eine Besichtigung der Burg und vor allem der Kathedrale ist für jeden wenigstens ein bisschen historisch interessierten Besucher der tschechischen Metropole ein Muss. Von nun an kann man sich jedoch die Kathedrale nur mit einer Eintrittskarte anschauen.

Prager Burg  (Foto: Kristýna Maková)
Vor allem in der Hauptsaison war es bislang manchmal fast unmöglich, den Veitsdom in Ruhe zu besichtigen: Schon vor dem Eingang herrschte ein Gedränge. In der Kirche strapazierten die Reiseleiter ihre Stimmbänder, um ihre Touristengruppe entsprechend deutlich über die spannende, fast 700 Jahre währende Baugeschichte des Doms zu informieren. Der Eintritt war bis zum vergangenen Sonntag frei. Nun hat die Verwaltung der Prager Burg beschlossen, den Zustrom zur Kathedrale über den Eintrittspreis zu begrenzen. František Kadlec leitet die Tourismus-Sektion auf der Burg. Nach seinen Worten soll die neue Regelung verhindern, dass sich lange Schlangen von Touristen vor dem Dom bilden:

Veitsdom
„Der Grund für die Einführung des Eintritts sind die Bedingungen im Dom: Der historische Teil der Kathedrale ist an vielen Stellen sehr eng. Es ist notwendig, die Besichtigungen zu begrenzen, um das wertvolle Baudenkmal zu schützen.“

Es wird jedoch keine Extra-Karte speziell für den Dom verkauft, sondern die Kathedrale kann nur besichtigen, wer eine Eintrittskarte für einen der Rundgänge durch die Burg kauft – entweder für den kleinen Rundgang für 250 Kronen (ca. 10 Euro) oder den großen Rundgang für 350 Kronen (ca. 14 Euro). Mit der Karte für den großen Rundgang kann man neben dem Dom noch den alten Königspalast, die Ausstellung über die Geschichte der Burg, die Georgsbasilika und das Kloster St. Georg, die Burggalerie sowie den Rosenberg-Palast besuchen.

Veitsdom
Kostenlos kann man in der Kathedrale nur einen kleinen Raum hinter den Bänken im neugotischen Teil der Kirche besuchen. Gläubige, die nur zum Beten in die Kathedrale kommen, haben weiterhin freien Eintritt, sagt Václav Soukup, der für den Betrieb in der Kathedrale verantwortlich ist:

„Wenn beispielsweise die Pilger mit der Bitte kommen, dass sie beten wollen, ermöglichen wir ihnen auch in der Chorkapelle zu beten. Dafür gibt es im Dom einen Raum, wo sie meditieren und ungestört beten können. Es geht uns auch darum, dass der Veitsdom eine Kirche bleibt, dass es dort ruhiger wird und es nicht wie auf einem Bahnhof aussieht.“

Veitsdom
Für die Besichtigung der Kathedrale hatte man in der Vergangenheit nur während einer kurzen Zeit - vom September 2006 bis zum April 2007 – bezahlt. Damals verwaltete die Kirche den Dom. Der Eintritt betrug damals 100 Kronen (ca. 4 Euro) und aus dem Geld finanzierte die Kirche die Instandhaltung der Kathedrale. Nachdem die Verwaltung des Doms erneut an den Staat übergegangen war, wurde das Eintrittsgeld wieder abgeschafft. Nach einem 17 Jahre dauernden Streit hatte sich der Staat mit der Kirche in diesem Jahr auf eine gemeinsame Verwaltung des einzigartigen gotischen Sakralbaus geeinigt.