Erfolge und Misserfolge: Schwimmen, Leichathletik, Radfahren und Fußball

Roman Kreuziger (Foto: ČTK)

Das Wochenende war reich an sportlichen Ereignissen, die für den tschechischen Sport von Bedeutung waren. Im Fokus waren dabei Schwimmen, Leichtathletik, Radfahren und natürlich auch das Fußball-Nationalteam.

Petra Chocová (Foto: ČTK)
Petra Chocová ist die tschechische Sportkönigin des Wochenendes. Die Schwimmerin holte bei der Europameisterschaft im ungarischen Debrecen Gold über 50 Meter Brust. Chocová hatte zuvor Jahre lang mit Verletzungsproblemen gekämpft und wollte ihre Karriere schon an den Nagel hängen. Im Finale, das sie für alle ihren Mühen endlich entlohnen sollte, hatte sie bis zuletzt kein Gefühl für ihre wahre Leistung:

„Ich habe gedacht, das Rennen sei daneben gegangen. Am Start hatte ich Zeit verloren, weil der Startschuss so spät kam. Beim Losschwimmen habe ich auch Zeit verloren. Da habe ich mir gesagt: Jesus, reiß dich zusammen, es geht doch um Medaillen. Dann habe ich mich nach vorne gepeitscht. Beim Anschlag habe ich nicht gewusst, wievielte ich bin, bis ich das Geschrei von unserem Anhang gehört habe. Da war mir bewusst, dass es wohl eine Medaille sein muss, aber dass es Gold ist…“

Mit der Goldmedaille und zwei Bronzemedaillen aus der vergangenen Woche war Debrecen die erfolgreichste Schwimm-EM für Tschechien seit der Eigenständigkeit im Jahr 1993.

Barbora Špotáková
Licht und Schatten gab es hingegen in der Leichtathletik. Für Licht sorgten einmal mehr die Speerwerfer: Im mährischen Ostrava / Ostrau gewann sowohl Vítěszlav Veselý bei den Männern, als auch Barbora Špotáková bei den Frauen. Gleich drei Würfe von Špotáková waren besser als die ihrer großen Rivalin, Maria Abakumowa aus Russland. Der weiteste Wurf der tschechischen Olympiasiegerin landete bei 67,78 Metern. Veselý verwies wiederum mit 85,67 Metern Olympiasieger Andreas Thorkildsen aus Norwegen auf die Plätze.

Roman Kreuziger (Foto: ČTK)
Die Schattenseite bei den Leichtathleten war indes Zehnkämpfer Roman Šebrle. Beim Mehrkämpfermeeting in Götzis beendete der 37-jährige Haudegen den Wettkampf vorzeitig wegen schlechter Ergebnisse. Damit verpasste Šebrle auch eine frühe Olympiaqualifikation.

Nicht ganz so schlecht erging es Radrennfahrer Roman Kreuziger beim Giro d´Italia. Am Freitag gewann er immerhin die schwere Etappe auf die Alpe de Pampeago, im Gesamtklassement des Giro reichte es aber nur zu Rang 15. Dass er den ersehnten Podestplast nicht mehr erreichen kann, glossierte der Fahrer des Rennstalls Astana nach der siegreichen Zieleinfahrt mit reichlich Gram:

„Mit dem Sieg bewege ich mich wenigstens an der Wasseroberfläche, über das Wasser komme ich aber nicht mehr. Dass ich in der Wertung nicht vorne bin, ärgert mich.“

Foto: ČTK
Bis zum Saisonhöhepunkt, der Tour de France, hat Roman Kreuziger sicher noch einiges zu tun.

Das trifft auch auf die tschechischen Nationalkicker zu. Am Samstag gaben sie allerdings im steirischen Städtchen Hartberg einen ersten Beweis ihrer Form ab. In einem soliden, wenn auch nicht überragenden Spiel schlugen die Fußballer in der EM-Vorbereitung das Team aus Israel mit 2:1. Da Stammkräfte wie Torwart Petr Čech und Spielmacher Tomáš Rosický noch geschont wurden, war das Wichtigste wohl der psychologische Effekt, wie Verteidiger Theodor Gebre Selassie anmerkte:

Foto: ČTK
„Wir sind froh gewonnen zu haben. Wir wollten nicht in den Zeitungen lesen müssen, man habe gegen ein Team verloren, das nicht bei der EM dabei ist. Deswegen die Freude.“

Die Tore für Tschechien schossen im Übrigen die Stürmer Milan Baroš (17. Minute) und David Lafata (90. Minute), das Gegentor zum zwischenzeitlichen Ausgleich erzielte Itay Shechter (45. Minute) vom 1. FC Kaiserslautern.

Autor: Till Janzer
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