Festival „Mene Tekel“ warnt vor Totalitarismus
Ausstellungen, Filmvorstellungen, Konzerte, Vorträge und Diskussionen –damit gefüllt ist auch in diesem Jahr das Programm des internationalen Festivals „Mene Tekel“, das seit Montag in Prag veranstaltet wird. Zu den herausragenden Programmteilen gehören beispielsweise Ausstellungen über den Widerstand der Litauer gegen das sowjetische kommunistische Regime, über das Revolutionsjahr 1956 in Ungarn oder über die Manipulierung von Kindern durch die kommunistische Propaganda in der ehemaligen Tschechoslowakei.
Herr Herman, wie beteiligt sich das Institut für das Studium totalitärer Regime am Festival „Mene Tekel“?
Wie erklären Sie sich die Tatsache, dass der Kommunismus im Unterschied zum Nationalsozialismus international immer noch toleriert wird?
„Ich meine, dass dieser Unterschied zwischen den beiden totalitären Regimen damit zusammenhängt, dass die Kommunisten nach dem Zweiten Weltkrieg an dem Bündnis der Siegermächte beteiligt waren. Im dem Moment, in dem die Gräueltaten der Nationalsozialisten enthüllt und verurteilt wurden, wurden in der Sowjetunion dieselben Untaten von den Kommunisten begangen. Aber darüber wollte damals niemand sprechen. Die Sowjetunion war ein wichtiges Mitglied der Siegerkoalition, und darin besteht der große Unterschied. Aber natürlich ist es inzwischen völlig klar, wie brutal die kommunistischen Regime in der Welt handelten und handeln. Wir, die eine Erfahrung mit so einem Regime haben, müssen darüber sprechen und aus der Erfahrung eine Mahnung für künftige Generationen machen. Das ist unsere Aufgabe. Aus dem Grund halte ich es für sehr wichtig, dass es solche Veranstaltungen wie das Festival ´Mene Tekel´ gibt – und dass sie regelmäßig stattfinden.“ Das Festival geht bis zum Sonntag. Es wird mit einem ökumenischen Gottesdienst im Prager Veitsdom beendet. Die Ausstellungen zum Thema „Totalitarismus in Kunst und Bildung“ sind im Prager Karolinum noch bis zum 5. März zu sehen. Mehr über das Festival erfahren Sie unter www.menetekel.cz







