Globalisierungsgegner wollen Alternative zum Kapitalismus darstellen

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Nach der breitangelegten Demonstration Tausender Globalisierungsgegner am ersten Tagungstag, die in heftigen Ausschreitungen und materiellen Zerstörungen gipfelte, war es zu Beginn des zweiten Verhandlungstages vergleichsweise ruhig in der Prager Innenstadt. Nur noch rund 500 organisierte IWF- und Weltbankgegner hatten sich am Vormittag auf dem Friedensplatz eingefunden, um zunächst über das weitere Vorgehen ihre antiimperialistischen Aktionen zu beraten. Dabei kamen wir mit einigen von ihnen ins Gespräch. Von Lothar Martin.

Die Österreicherin Sonja Krusch, Mitglied der Sozialistischen Linkspartei ihres Landes, hatte dabei eine ganz andere Sichtweise zu den Vorkommnissen, wie sie sich am Dienstag in Prag abgespielt hatten: Über die Ausschreitungen als solche wollte Sonja Krusch nicht diskutieren, da sie nicht mitspiele bei dem Versuch, die Linke zu spalten. Die Initiative von Tschechiens Präsident Vaclav Havel, zwischen Weltwirtschafts- und Weltfinanzpolitik auf der einen und den Globalisierungsgegnern auf der anderen Seite, einen Dialog herzustellen, nahm sie wie folgt zur Kenntnis: Alexandra Geisler, eine Deutsche und Mitglied der Sozialistischen Alternative, sah die Dinge nüchterner und kam zu dieser Einschätzung: Alexandra Geisler ging auch viel deutlicher auf Distanz zu den gewaltsamen Exzessen, die die Protestaktionen der alternativen Linke begleitet hatten. Über ihre eigenen Ziele sagte sie: Doch da die Ziele, für die sie eintrete, noch zu wenig in der Gesellschaft rüberkommen und die Aktionen der Linken noch zu oft von Radikalen und Trittbrettfahrern missbraucht würden, erklärte Alexandra Geisler abschließend: