Im Briefkasten: Deutsche Gräber, Kurzwelle, Gastronomie
Sie kommentieren den Plan, alte deutsche Gräber in Tschechien zu renovieren, berichten über Ihre Bummeln über die Kurzwelle und berichten über Ihre Erfahrungen mit der Gastronomie in Tschechien.
An jedem ersten Tag im Monat finden Sie auf unserer Website eine neue Preisfrage. Und wir stellen Ihnen diese Frage auch in der Hörerpostsendung. Im Dezember lautet sie:
Vor 30 Jahren, am 13. Dezember 1995, wurde in Prag der Messepalast (Veletržní palác) nach umfangreichen Umbauarbeiten wiedereröffnet. Welche Kulturinstitution hat heute in dem Gebäude ihren Sitz?
Schicken Sie Ihre Antworten bitte bis Ende dieses Monats an [email protected].
Aus den uns zugesandten richtigen Antworten losen wir sechs Gewinner aus, die interessante Sachpreise erhalten. Im November war Roberto Kaiser aus Deutschland erfolgreich.
Wir wollten wissen, was mit der Bauernregel gemeint ist, die besagt, dass der heilige Martin auf einem weißen Pferd geritten kommt. Dies bedeutet, dass in der Zeit um den Namenstag des heiligen Martin oft der erste Schnee fällt.
In der heutigen Ausgabe wollen wir nicht nur einen Blick auf die Hörerpost, sondern auch auf Ihre Facebook-Kommentare werfen. Zu manchen Beiträgen ist eine stattliche Zahl an Kommentaren zusammengekommen. So etwa zu der Meldung über das Förderprogramm des tschechischen Staates zur Restaurierung deutscher Gräber in Tschechien. Václav Provázek schrieb zu diesem Thema:
„Ich wohne im ehemaligen Sudetenland. Ein Freund von mir hat auf seinem Grundstück ein Denkmal für einen gefallenen Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg, der deutscher Nationalität war. Er hat das Denkmal vollständig in seinen ursprünglichen Zustand renoviert. Es gab dort ein Foto des Soldaten, das trotz intensiver Recherchen in Archiven aber leider nicht auffindbar ist.“
Auch deutsche Gräber seien Teil der Geschichte Böhmens, Mährens und der Slowakei, merkt Karl Ott an. Marion M. Meierei schreibt:
„Ich finde sehr positiv, dass man das nun macht. Ein positives Zeichen der Völkerverständigung. Die Verstorbenen können nichts für die Veränderungen ab 1945 und irgendwie ist es ja auch Teil der Geschichte.“
Deutsche Gräber sind Teil der Geschichte
Thomas Bernett äußert hingegen auch Bedenken:
„Finde ich sehr gut, aber das wird sich wieder nur auf einzelne wenige Gräber beziehen, weil die Finanzmittel nicht für mehr reichen. Es ist jeder Friedhof zum Beispiel im Schluckenauer Zipfel in desolatem Zustand, vor allem die deutschen Gräber, von denen auch alles Mögliche gestohlen und das, was nicht zu stehlen geht, zerstört wurde. Das ist eine Illusion, diese Gräber renovieren zu wollen.“
Artina Fischelová bewertet den Schritt wiederum positiv:
„Ich freue mich darüber, dass sich das deutsch-tschechische Verhältnis normalisiert. Dazu gehört natürlich auch, dass die Tschechen akzeptieren, dass die Böhmischen Länder bis 1945/48 zweisprachig waren.“
Das Vorhaben stimme sie froh, schreibt auch Ute Miche:
„Denn in den vielen grenznahen Gemeinden der ehemaligen deutschsprechenden Gemeinden vor 1945 sind bereits traurige Tatsachen geschaffen worden. So auch dort, wo ich jetzt lebe. Viele noch gute, lesbare Grabsteine wurden entsorgt. Aber es gibt auch gute Beispiele von jahrzehntelanger, stiller Pflege dieser Friedhöfe. Allerdings nur in wenigen Orten, in denen der Erhalt der Friedhöfe nur durch das Engagement von Ehrenamtlichen sichtbar ist. Möge dieses – eher sehr späte – Einsehen in dieses Kapitel der Geschichte doch noch einige Friedhöfe erhalten lassen!“
Und nun zur Hörerpost, die auf Papier und elektronisch bei uns eingegangen ist.
Falk Wehner aus Leipzig hat nach Langem endlich wieder Zeit gefunden, die deutsche Sendung zu hören und auch einen Empfangsbericht zu schreiben. Und er blickt zurück:
„Ich höre Ihre Station nun schon seit Dezember 1976, damals begann ich mit dem Hobby Auslandssender-Hören. Meine ersten Stationen waren Radio Moskau, Radio Schweden, Polski Radio Warschau und Radio Prag, welche ich alle an einem Tag das erste Mal hörte. Damals wohnte ich noch in meinem Heimatort Ossling bei meinen Eltern, seit 1991 bin ich in Leipzig zu Hause, wegen der Arbeit. Leider ist der Empfang der Kurzwellensendungen in den Neubaublöcken hier nicht so gut wie bei meinen Eltern, wo ich zusätzlich noch eine Langdrahtantenne auf dem Grundstück spannen konnte und auch die Arbeitszeit ließ mir wenig Zeit für mein Hobby, so dass ich dieses nur noch unregelmäßig ausüben konnte. Seit Oktober bin ich nun Altersrentner und arbeite nur noch wenige Stunden in der Woche im Büro, so dass ich jetzt wieder mehr Zeit für das Hobby habe.“
Über die Kurzwelle
Das freut uns sehr, Herr Wehner. Siegbert Gerhard aus Frankfurt am Main schreibt:
„Mit großem Interesse habe ich Eure Ausführungen zum WRMI Empfang von Radio Prag International (RPI) im Hörerforum gehört. Ich hatte zu Beginn der B25-Sendeperiode einen mittleren Empfang von RPI in Französisch und in Englisch auf der 7780 kHz und sende zwei Mitschnitte, die auch alle Daten zum Empfang enthalten – quasi Audio-Empfangsberichte. WRMI und RPI ist wirklich seit Jahrzehnten ein außergewöhnlich gutes Projekt und ich freue mich immer wieder, beim Bummel über die Kurzwelle die diversen Stationen von WMRI mit zum Teil verblüffend guten Signalen hier zu hören.“
Martina Pohl aus Überlingen kommentiert die Frauen-Handball-WM, die derzeit in Deutschland ausgetragen wird:
„Wie in Ihrer Rubrik ‚Sport‘ zu entnehmen war, sind alle tschechischen Vorrundenbegegnungen ausverkauft und die tschechischen Sportlerinnen gut in Stuttgart angekommen. Für die tschechische Mannschaft lief es am Samstag leider nicht ganz so gut gegen Brasilien. Die noch folgenden Spiele werden auf jeden Fall spannend werden. Schnelligkeit und taktisches Geschick sind bei den Teams erforderlich und eine Portion Glück gehört ebenso dazu.“
Bei dem letzten Duell der Vorrunde gegen Kuba am Montag war das Glück mit dabei, so dass die tschechischen Frauen das Achtelfinale erreicht haben. Sie werden nun nach Dortmund reisen, wo die nächsten Spiele ausgetragen werden.
Tschechische Gastronomie
In der letzten Ausgabe des Hörerforums haben wir aus einem umfangreichen Brief zitiert, in dem sich einer unserer Leser über die sinkende Qualität des Gastronomieangebots in Tschechien beschwert hat. Deshalb haben wir Sie gefragt, welche Erfahrungen Sie bei Ihren Besuchen in Tschechien mit dem Essen gemacht haben.
Franz Schanza aus Schrems in Niederösterreich hat reagiert:
ZUM THEMA
„Meine Gattin und ich fahren jeden Montag nach Tschechen, und zwar nach Suchdol nad Lužnicí zur Massage. Auf der Nachhause-Fahrt suchen wir immer in der Ortschaft Tušť eine Pizzeria auf. Wir essen dort immer sehr gut. Das Personal ist dort sehr höflich und zuvorkommend, und die Speisen sind dort immer sehr gut gemacht. Es gibt nicht nur Pizzas, sondern auch köstliche Salate und Nudelgerichte. Wir haben in Tschechien noch keine schlechte Erfahrung mit dem Essen gemacht und wir haben die böhmische Küche sehr gerne.“
Die Einsendung, in der es um den „Niedergang der tschechischen Gastronomie“ ging, habe ihn sehr interessiert und berührt, da er auch viele Erfahrungen mit der tschechischen Gastronomie gemacht habe, schreibt Michael Lindner aus Gera. Er kenne sich zudem in dieser Thematik gut aus, da er selbst mit seiner Frau über drei Jahrzehnte lang eine private Speisegaststätte führte. Zu den im letzten Hörerforum zitierten Ausführungen von Herrn Österreicher merkt er an:
„Selbstverständlich zweifle ich nicht an seinen kritischen Erfahrungen mit der tschechischen Gastronomie. In jedem Land – unabhängig von Region oder Kultur – gibt es Betriebe, die leider nicht den gewünschten Qualitätsstandard erfüllen. Auch ich habe gelegentlich in tschechischen Gaststätten Speisen erhalten, mit deren Qualität ich nicht zufrieden war. In solchen Fällen hilft jedoch meist ein sachliches und respektvolles Gespräch mit dem Personal vor Ort.“
Nach seinen Ausführungen zur Größe der Fleischportionen und Qualität der Gerichte sowie einigen Anmerkungen zu den Berufen in der Gastronomie geht Michael Linder auf seine konkreten Erfahrungen in Tschechien ein:
„Abschließend möchte ich sagen, dass ich in Tschechien absolut keinen Niedergang der Gastronomie sehe, ganz im Gegenteil zu der traurigen Entwicklung in den deutschen Kleinstädten und in den ländlichen Gebieten. Ich habe mit der tschechischen Gastronomie in der Regel sehr gute Erfahrungen gemacht, ob in Nord- oder Südböhmen, Mähren oder Tschechisch-Schlesien. Erwischte ich mal eine Gaststätte, die zu den schon erwähnten ‚schwarzen Schafen‘ zählte, dann machte ich das Personal sofort auf die Mängel aufmerksam, damit die Möglichkeit der Abhilfe geschaffen werden konnte. Viele Gaststätten sind für objektive Kritik dankbar, das sollte man nie vergessen!“
Und das war’s für heute. Wir wünschen Ihnen eine schöne Adventszeit und freuen uns jetzt schon auf die nächste Ausgabe im neuen Jahr 2026. Schreiben Sie uns bitte weiter! Unsere Adresse lautet: Radio Prag International – Deutschsprachige Redaktion, Vinohradská 12, 120 99 Prag 2, Tschechische Republik. Oder Sie schicken eine E-Mail an: [email protected].










