Im Briefkasten: Kurzwelle, Besucherzahlen, Anregungen
Eines der Themen ist die Ausstrahlung unseres Programms auf Kurzwelle. Zudem erfahren Sie, wie viele Besucher Radio Prag International auf seiner Website eigentlich so hat.
Unsere Preisfrage im Oktober:
Vor 70 Jahren, am 9. Oktober 1955, ist Georg Placzek gestorben. Der in der mährischen Metropole Brno / Brünn geborene weltberühmte Physiker wirkte an der geheimen Entwicklung der US-amerikanischen Atombombe mit. Wie hieß dieses Projekt?
Schicken Sie uns die Antwort an [email protected].
Die letzte Quizfrage betraf die Abgeordnetenhauswahl, die am vergangenen Wochenende in Tschechien stattfand. Wie alle vier Jahre wurde die Zusammensetzung des Abgeordnetenhauses neu bestimmt. Wir wollten wissen, wie viele Politikerinnen und Politiker in diesem Unterhaus des Parlaments sitzen? Und die richtige Antwort lautet: 200.
Unter den Gewinnerinnen und Gewinnern eines Sachpreises von Radio Prag International ist auch Gerlind Lange aus Deutschland. Herzlichen Glückwunsch!
Und nun zu Ihren Briefen und E-Mails, liebe Hörerinnen und Hörer. Einleitend geht es um den Empfang der Sendungen von Radio Prag International auf Kurzwelle. Dieter Leupold schreibt.
„In diesen Tagen habe ich von Bernd Seiser erfahren, dass Radio Prag International in Deutsch auch über die US-Kurzwellen-Sendeanlage in Florida über WRNO sendet. Meine Frage: Zu welchen Zeiten in UTC wird gesendet?“
Die Hörerinnen und Hörer von Radio Prag International sind wirklich aufmerksam. Denn auf den Kurzwellen, die aus Miami ausgestrahlt werden, kann in der letzten Zeit tatsächlich das Programm von Radio Prag International nicht – wie üblich – nur auf Englisch und Spanisch, sondern gelegentlich auch auf Deutsch, Französisch und Russisch empfangen werden. Allerdings handelt es sich um keinen festen und regelmäßigen Teil des Programms, sondern um ein zusätzliches Angebot. Falls im Laufe des Tages in dem Programmschema des dortigen Senders eine halbe Stunde frei ist, wird das Programm aus Prag eingesetzt, und zwar in der Sprache, die gerade ausgestrahlt wird. Wir können Ihnen also leider keine feste Stunde und Frequenz nennen.
Ergänzend dazu noch ein Empfangsbericht von Jürgen Waga aus Berlin:
„Ich hörte heute früh eine deutschsprachige Sendung über Radio Miami International auf 9455 kHz. Der Empfang war außerordentlich schlecht, und ich konnte kaum etwas verstehen. Ich hatte zwar Radio Prag International ‚in Verdacht‘, war mir aber in keiner Weise sicher. Inzwischen habe ich erfahren, dass ich durchaus richtig gelegen haben könnte. Mir war bislang nicht bewusst, dass Radio Prag International in Deutsch über WRMI sendet. In der Sendung war von einer Ausstellung die Rede. Ich sende Ihnen im Anhang einen Mitschnitt. Dieser ist von 02:55 UTC bis zum Ende der Sendung. Falls dies tatsächlich eine Sendung von Radio Prag International war, würde ich mich über eine QSL-Karte sehr freuen.“
Es war tatsächlich unsere Sendung, und wir werden Ihnen die QSL-Karte gerne schicken, Herr Waga. Vielen Dank für Ihren Bericht.
Michael Stein aus Hamburg ist durch Zufall über einen Link im Internet auf unsere Sendungen gestoßen, wie er berichtet. Er zählt nicht zu den langjährigen Stammhörern von Radio Prag International, doch sein Interesse für Tschechien wurde schon vor vielen Jahrzehnten geweckt:
„Durch meinen Bruder, der in der DDR lebte und mit seiner Frau seinen Urlaub seit den 1980er Jahren in der Nähe von Liberec verbrachte, bekam ich die ersten Kontakte zur ČSSR, die mir durch die Dubček-Ära natürlich bekannt war. Nach der Öffnung der Grenzen in Europa habe ich Ihn unter anderem dort besucht. In der Folgezeit fand ich eine Firma in der Nähe, die für mich Bauteile für mein kleines Unternehmen herstellen wollte – und dies auch konnte. Eigentlich stellte diese Firma Druckmaschinen her, (Grafostroj in Cvikov). Aber die Hauptabnehmer in der UdSSR waren ‚weggebrochen‘ durch die wirtschaftlichen Umstände.“
Lang sei es her, merkt Herr Stein an. Nun habe er also die Seite von Radio Prag International gefunden.
„Ich genieße die Berichterstattung Ihrer Seite. Ihre Berichterstattung ist sehr sachlich, mit vielen Erklärungen und Hintergrund. Ohne die inzwischen bei uns in Deutschland üblichen Angriffe und Parteinamen. Und für mich ist sie auch eine Quelle für die jüngere Geschichte. Mich zieht Ihre bunte Mischung aus Themen der heutigen und der vergangenen Zeiten an. Und alles ohne ‚dies war gut – dies war böse‘. Einfach Berichterstattung. Ja, genauso war`s. Und so sollte es meiner Ansicht nach auch sein. Ich lese bei Ihnen fast täglich.“
Simon Sawatzki geht in seiner Zuschrift ein Thema an, das in der letzten Zeit mehrmals zur Sprache kam, nämlich die fehlenden Texte bei den Artikeln zu „Tschechisch gesagt“. Wir haben seine Anregungen an die Internetredaktion weitergeleitet und hoffen, dass die Sache bald geklärt wird. Herr Sawatzki schreibt zudem:
„Ich finde Eure Arbeit echt klasse! Man kann durch Eure Artikel und tägliche halbstündige Sendung als Deutscher endlich mal erfahren, was im europäischen Nachbarland passiert. Besonders bemerkenswert finde ich es, da diese Produktion in mittlerweile sechs Sprachen doch ganz schön teuer sein und den tschechischen Steuerzahler viel Geld kosten dürfte. Ich habe auch mal in die englischen und französischen Ausgaben reingehört und festgestellt, dass es dort unterschiedliche Themen gibt. Das ist ein gutes Zeichen, da es bedeutet, dass eure Redaktionen frei und unabhängig voneinander sind.“
Unser Hörer nennt aber auch einen Kritikpunkt:
„In eurer Berichterstattung zu den Wahlen in Tschechien habt Ihr leider nicht erläutert, wofür die Parteien stehen. Ich bin nur stutzig geworden, dass laut einer Umfrage eine Einparteien-Regierung gewünscht ist, denn eine solche Regierung ist meines Erachtens selten gut. Erst durch weitere eigene Recherchen habe ich herausgefunden, wofür die tschechischen Parteien stehen. Auch hat das mit der tschechischen SPD für Verwirrung gesorgt. Es hätte der Hinweis geholfen, dass das die tschechische Abkürzung ist und sie nichts mit der deutschen SPD gemein hat.“
ZUM THEMA
Wir hoffen, dass in unserer Berichterstattung zu den Wahlergebnissen, unter anderem in dem Gespräch mit dem Politologen Robert Schuster vom Montag, nun die Parteien verständlich und ausreichend vorgestellt und eingeordnet wurden. Bei der Partei „Freiheit und direkte Demokratie“, die die Abkürzung SPD hat, nutzen wir meist den ganzen Parteinamen plus die Abkürzung, eben wegen der möglichen Verwechslung mit der deutschen SPD. Nur wenn die Partei in einem Beitrag mehrmals erwähnt wird, kommt allein die Abkürzung vor, um den Text zu vereinfachen. Falls Sie nur auf die Abkürzung gestoßen sind, müsste es sich um ein Versehen handeln, für das wir uns entschuldigen. Und noch eine Frage von Simon Sawatzki:
„Was mich noch interessieren würde: Wie viele Zuhörer habt Ihr so? Erhebt Ihr da irgendwelche Statistiken? Eure Beiträge auf YouTube haben ja leider nur Aufrufzahlen im ein- bis zweistelligen Bereich.“
ZUM THEMA
Wir haben tatsächlich Statistiken zur Verfügung, in denen die Zahlen unserer User im Internet erfasst werden. Die Zahlen sehen dort viel besser aus als bei den von Ihnen erwähnten YouTube-Beiträgen, die nur eine Ergänzung zu unserem Programm sind. Blickt man also auf den Bericht für den September, erfährt man, das Radio Prag International in dem Monat rund 360.000 aktive User hatte. Insgesamt wurden rund 660.000 Mal Beiträge und Artikel aufgerufen. Auf die deutschsprachige Seite entfallen davon etwa 81.000 Besucher und 160.000 Aufrufe. Unter den am meisten frequentierten Themen befanden sich im September die Öffnung des Umschlags mit den letzten Worten des ersten tschechoslowakischen Präsidenten, Tomáš Garrigue Masaryk, sowie unser Bericht über den Elch Emil, der seit Anfang des Sommers durch mehrere Länder Europas und darunter auch Tschechien streift. Die überwiegende Mehrheit der Besuche unserer Website kommt aus Deutschland, gefolgt von Tschechien, Österreich und der Schweiz. Es gibt aber auch einige hundert Aufrufe der deutschsprachigen Seite aus den USA, Frankreich, Italien, China, den Niederlanden und Ungarn. Zudem kann unser Programm via Satellit beziehungsweise Kurzwelle gehört werden. Da ist es aber für uns kaum möglich, an die Zahlen der Hörerinnen und Hörer zu kommen, die uns anschalten.
Mit einer spannenden Anregung hat sich Peter Wolf an uns gewandt:
„Vielen Dank für die tägliche halbe Stunde, in denen Sie uns Hörenden die Tschechische Republik näher bringen. Dies ist jedes Mal interessant und spannend. Ein deutschsprachiges Angebot, von dem es leider nur sehr wenige gibt. Ich hätte einen Vorschlag für eine Sendereihe, die hoffentlich nicht nur für mich spannend wäre: ein Vergleich von alltäglichen Dingen und Tätigkeiten zwischen Tschechien und den deutschsprachigen Nachbarländern. Sei es etwa beim Kartenspiel das Prager beziehungsweise bayerische Blatt, sei es beim Strom die unterschiedlichen Steckertypen, oder seien es die Computertastaturen. Vieles ist ähnlich und doch in Details unterschiedlich. Dies sind alles Dinge, die uns im täglichen Leben begegnen, die wir aber kaum bewusst als ‚typisch deutsch/österreichisch‘ oder ‚typicky český‘ wahrnehmen. Zugegeben, diese Idee ist nicht original von mir, sondern entstammt der deutsch-französischen Arte-Sendung Karambolage. Trotzdem würde ich es sehr spannend finden, dies auch für die Tschechische Republik umgesetzt zu hören.“
Die Idee stieß bei uns in der Redaktion auf großen Anklang, es entfesselte sich sofort eine Debatte über mögliche Themen. Die Liste an Unterschieden könnte man natürlich fast unendlich erweitern, sei es das Zahlen mit Karte oder mit Bargeld, die Unterschiede bei den Backwaren oder die stark abweichende Länge der Hauptnachrichten im Fernsehen. Eine tolle Idee für eine Serie! Vielen Dank dafür.
Schreiben Sie uns an Radio Prag International, deutschsprachige Redaktion, Vinohradská 12, 120 99 Prag 2, Tschechische Republik oder per E-Mail an [email protected].











