Mit Preuß, aber ohne Davidová: Biathlon-Weltcup in Nové Město na Moravě als Olympia-Test
Der Biathlon-Weltcup ist seit Donnerstag wieder in Nové Město na Moravě zu Hause. Das lautstärkste Stadion der Sportart ist die letzte Station vor den Olympischen Winterspielen. Deswegen kämpfen nicht mehr alle Spitzenathleten um den Sieg. Aber die Gewinnerin des Gesamtweltcups in der vergangenen Saison, Franziska Preuß, ist zum Beispiel dabei.
Ohrenbetäubender Lärm im Stadion, sodass man auf den Rängen sein eigenes Wort nicht versteht. Das ist eines der Markenzeichen für den Biathlon-Weltcup im mährischen Nové Město na Moravě. Von Donnerstag bis Sonntag gastieren die Skijäger und Skijägerinnen wieder auf der Böhmisch-Mährischen Höhe. Und die Veranstalter sind froh, dass sie optimale Bedingungen bieten können: viel Schnee und Minusgrade.
„Wir haben gerade darüber diskutiert. Wenn man die Fotos zu Hilfe nimmt, dann könnte man mit einem tschechischen Filmzitat sagen, dass dies einmal in zehn Jahren vorkommt. Unser Schneedepot ist bereits jetzt für die kommenden beiden Jahre voll. Nicht einmal Ende vergangenen Winters hatten wir dort so viel Schnee. Im Grunde wissen wir gar nicht, wohin mit dem ganzen Weiß“, merkte Vlastimil Jakeš vom tschechischen Biathlon-Verband in den Inlandssendungen des Tschechischen Rundfunks an.
Auch die paar Tage mit Plusgraden in der vergangenen Woche kamen den Veranstaltern entgegen, da der Schnee weicher war und sich die Loipen besser präparieren ließen.
Auf jeden Fall ist alles bereit für die insgesamt sechs Rennen bis Sonntagabend. Und gerade die tschechischen Biathlon-Asse freuen sich, dass sie zu Hause ihre Generalprobe für die Olympischen Spiele bestreiten können. Denn es ist die letzte Station des Weltcups vor dem Saison-Highlight in Mailand und Cortina d'Ampezzo. Dazu Vítězslav Hornig aus dem tschechischen Männerteam:
„Das ist sicher ein Plus. Wir sind froh über jeden Weltcup, den wir zu Hause haben. Für uns ist die Atmosphäre hier einzigartig. Ich denke, jeder von uns Tschechen würde sagen, dass es in Nové Město na Moravě die besten Fans gibt. Das kann ich nur unterstützen. Wir freuen uns alle auf diese Rennen – und direkt vor Olympia ist dies ein fast perfektes Drehbuch.“
Allerdings bedeutet der Termin knapp vor den Spielen ebenfalls, dass nicht mehr alle Nationen mit den besten Athleten anreisen. So sagte etwa die Schwedin Hanna Öberg nach ihrem Sieg im Sprint bei der vorangegangenen Weltcupstation in Ruhpolding gegenüber dem Tschechischen Fernsehen:
„Nach Ruhpolding gehe ich direkt in die Olympiavorbereitung. Deswegen gibt es für mich dieses Jahr leider kein Tschechien.“
Anders hingegen Franziska Preuß, die den Anfang der Saison krankheitsbedingt verpasst hatte. Die deutsche Gesamtweltcupsiegerin des letzten Winters wird auch in Nové Město am Start sein, wie sie nach der Verfolgung am Sonntag in Ruhpolding bekanntgab. Sie brauche noch einige Rennkilometer, gestand die 31-Jährige.
Zum Leidwesen der heimischen Fans wird jedoch aus dem tschechischen Frauenteam eine der Biathletinnen nicht beim Weltcup antreten. Es ist Markéta Davidová, die sich im vergangenen Jahr wegen eines Bandscheibenvorfalls operieren ließ und deswegen einen Großteil der letzten Saison verpasste. Ondřej Rybář ist sportlicher Leiter des hiesigen Biathlonverbandes und sagte am Dienstag:
„Markéta Davidová ist nicht vor Ort in Nové Město na Moravě. Bei ihr haben sich nach dem Weltcup in Oberhof wieder die Schmerzen im Rücken gemeldet. Es ist zu einer Schwellung gekommen. Jetzt laufen weitere Untersuchungen und Reha-Maßnahmen. Wir wären froh, wenn sie sich zur abschließenden Olympia-Vorbereitung wieder dem Team anschließen könnte.“
Vor den olympischen Wettkämpfen, die in Antholz ausgetragen werden, finden in Nové Město jeweils noch die Einzel bei Frauen und Männern statt. Am Samstag folgen eine Single-Mixed- und eine Mixed-Staffel. Und am Sonntag sind die Massenstarts dran. Bei Olympia geht es mit Biathlon dann am 8. Februar los.
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