Neues Denkmal erinnert an Opfer der Corona-Pandemie in Tschechien
In Olomouc / Olmütz wurde ein sogenanntes „Corona-Kreuz“ eingeweiht. Es soll an die Opfer der Pandemie in Tschechien und der Welt erinnern. Die Gestaltung des Gedenkortes geht auf eine Privatinitiative zurück.
Der Beginn der Corona-Pandemie ist nur fünf Jahre her – und wirkt doch längst vergessen. An dem Virus sind in Tschechien bis Dezember 2023 über 43.000 Menschen gestorben. An diese Opfer erinnert nun ein neues Denkmal. Es befindet sich unterhalb des Hügels Svatý Kopeček bei Olmütz, auf dem sich eine bedeutende Pilgerstätte befindet. Rostislav Hainc ist der Initiator der Gedenkstätte und hat die Finanzierung selbst gestemmt:
„Die Pandemie war eine schwere Zeit für uns alle, auch für meine Familie. Wir wollten außerdem den Rettungsdienstmitarbeitern, den Polizisten, Feuerwehrleuten, Soldaten und Krankenpflegern danken, die damals an vorderster Front waren.“
Wie aber sieht das neue Denkmal aus?
„Wir hatten noch einen Sandsteinsockel übrig, den wir leicht überarbeitet haben. Zunächst wollten wir auch ein Kreuz aus Sandstein haben. Da hier mitunter aber starker Wind weht, fallen öfters Bäume um. Deshalb haben wir uns für ein schlichtes Metallkreuz entschieden, das auf dem Sockel angebracht wurde.“
Direkt neben dem Kreuz lädt eine Bank zum Verweilen ein. Hainc erläutert den Gedanken dahinter:
„Wir hatten wohl alle damit zu tun, dass manche Menschen für das Impfen waren, andere aber dagegen und auch keinen Mundnasenschutz tragen wollten. In der Gesellschaft hat das große Gräben aufgerissen. Wir haben uns deshalb entschieden, eine Bank aufzustellen, die nicht nur ein Ort der Versöhnung, sondern auch des Dialogs sein soll. Die Menschen können sich hier setzen und aussprechen. Und dann können sie versöhnt weitergehen, sei es gemeinsam oder jeder für sich.“
Eröffnet wurde die besondere Gedenkstätte im Mai. Zugegen war auch Josef Nuzík, der Erzbischof von Olmütz, der sich entschied, das Kreuz zu weihen. Vorab sagte er in den Inlandssendungen des Tschechischen Rundfunks:
„Auch in zehn oder in 50 Jahren werden sich die Leute fragen, warum dieses Kreuz hier steht. Es erinnert an eine Zeit, die nicht nur diesen Ort, sondern die ganze Gesellschaft, Europa und die Welt stark geprägt hat.“
Neben dem Kreuz am Svatý Kopeček gibt es in Tschechien nur wenige Gedenkorte für die Opfer der Corona-Pandemie. Im Juli 2022 wurde ein bescheidenes Denkmal in einem Vorgarten im kleinen Ort Podbořany in Nordwestböhmen aufgestellt. Wesentlich monumentaler ist da ein elf Meter großes Mahnmal, das seit 2021 im ostmährischen Krnov steht. Das kontroverse Denkmal aus Beton wurde vor der örtlichen Poliklinik aufgebaut und soll an eine barocke Pestsäule erinnern. Im kleinen Dorf Čihadla im Nordosten von Prag wurde 2020 wiederum vor einer Kneipe ein Denkmal von Gegnern der Schutzvorschriften errichtet. Es trägt den Namen „Památník CoVidiocie“, also etwa „Denkmal des Covid-Idiotismus“, und zeigt ein tausendfach vergrößertes Virus. Eine der Aufschriften auf dem Sockel darunter lautet: „Wir haben keine Angst vor dir, wir ertrinken dich im Bier!“
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