Im Briefkasten: Radio Prag macht Lust auf Reisen

Foto: Khalil Baalbaki, Archiv des Tschechischen Rundfunks

Verbringen Sie Ihren Urlaub mit Reisen und Entdeckungen? Oder entspannen Sie etwa lieber bei einem interessanten Buch oder Film? In unserem heutigen Hörerforum werden beide Möglichkeiten besprochen.

Die Quiz-Frage im Juni:

Nach fünf Jahren wird der Große Preis von Tschechien in Brno / Brünn wieder als Rennen der Motorrad-Weltmeisterschaft ausgetragen. Wann wurde dieser Grand Prix erstmals hierzulande gefahren?

Schicken Sie uns das Datum an [email protected].

Die richtige Antwort aus dem Vormonat lautet: Salz. Diese Zutat, die bei der Zubereitung von Sauerteigbrot nicht fehlen darf und über die auch in unserer Serie „Mahlzeit, Tschechien!“ die Rede ist, wollten wir diesmal von Ihnen wissen.

Die richtigen Antworten, die wir ausgelost haben, kamen diesmal leider nicht aus den deutschsprachigen Ländern, stattdessen aber etwa aus Marokko, Malaysia und Indien.


Und nun zu Ihren Briefen und E-Mails, liebe Hörerinnen und Hörer. Vergangenes Mal stand unser Hörerforum ganz im Zeichen des Kriegsendes von 1945. Heute möchten wir mit einem anderen Thema aus Ihren Zuschriften weitermachen, und zwar mit dem Reisen. So hat Michael Linder aus Gera einen Bericht zu seinem Besuch in Tschechien geschrieben. Zusammen mit ehemaligen Kollegen war er auf der Böhmisch-Mährischen Höhe beziehungsweise der Vysočina unterwegs. Recht begeistert war er von dem ländlichen Ressort, in dem die Freundesgruppe untergebracht war. Ohne Navigationsgerät sei es kaum zu finden, schreibt Herr Lindner. Und weiter:

„Das gesamte Resort besteht aus einem großen Hauptgebäude und vielen einzelnen Bungalows, die alle als kleine märchenhafte Themenhäuser erbaut wurden. So entstand ein regelrechtes Paradies, in dem man alle Sorgen in Sekundenschnelle vergessen kann. Hervorragende lokale Spezialitäten aus Böhmen und Mähren in einer gastronomischen Atmosphäre, die tatsächlich atemberaubend ist, da man das Gefühl hat, in einem uralten Zauberwald zwischen riesigen Bäumen zu sitzen. Da waren echte Künstler am Werk, die dieses außergewöhnliche Kleinod aus hunderten Bäumen mit Herz und Seele zusammenzimmerten. Ihr könnt Euch vorstellen, dass wir uns hier wie die Glücksfeen im Wald fühlten!“

Kathedrale St. Peter und Paul  (Brünn) | Foto: Jana Volková,  Tschechischer Rundfunk

Krönender Abschluss der Reise sei dann noch der Besuch der Stadt Brno / Brünn gewesen, fährt unser Hörer fort:

„Natürlich mit einem beeindruckenden Besuch der Kathedrale St. Peter und Paul auf dem Peterberg. Auch das große bunte Markttreiben mit unzähligen landwirtschaftlichen Produkten aus der Umgebung war ein sehr angenehmes Erlebnis. Es war wirklich ein sehr interessanter Bummel durch das historische Zentrum der Stadt, die uns allen in sehr guter Erinnerung bleiben wird.“

Nun überlege man schon, wohin die nächste Fahrt führen werde, so Michael Lindner:

„Ich bin mir fast sicher, dass ich durch Eure abwechslungsreichen Radiosendungen auf so manche Idee kommen werde, wo der nächste Ausflug hinführen wird. Schon oft habe ich durch die Sendungen von Radio Prag Inspirationen aufgeschnappt, die dann auch tatsächlich in die Tat umgesetzt wurden.“

Das freut uns sehr. Manchmal kann dies aber auch umgekehrt sein, so dass wir Tipps von unseren Hörerinnen und Hörern bekommen. Wie etwa für das oben genannte märchenhafte Ressort auf der Böhmisch-Mährischen Höhe.

Reisen nach Tschechien

Reist man nach Tschechien, kann man auch etwa einen der Botanischen Gärten hierzulande besuchen. Wir haben die schönsten on ihnen anlässlich des Tages der Botanischen Gärten Ende Mai vorgestellt. Martina Pohl aus Überlingen weiß den Zauber der Gärten zu schätzen:

„Eine herrliche Entdeckungsreise durch die Gartenanlagen mit Anziehungskraft. Bis zum heutigen Tag sind Gärten Orte des Glücks. In einem botanischen Garten gibt es nicht nur viel zu sehen, sondern man erfährt auch eine ganze Menge. Er fasziniert durch Farben und betörende Gerüche, umgeben von exotischen Baumriesen mit fremd klingenden Namen. Mancher Baum braucht ein Menschenalter und mehr, um dem Park die vorher bestimmende Gestalt zu verleihen, andere haben ihren Platz rascher ausgefüllt. Es sind grüne Oasen, die schützenswert und wohltuend für Menschen sind sowie Tieren einen Lebensraum bieten. Wachsen, Werden, Vergehen, Erneuerung. Das ist der natürliche Kreislauf. Das einzige Beständige ist ihre fortwährende Veränderung. Jeder dieser Gärten benötigt seine Pflege und Zuwendung, und viele fleißige Hände sind notwendig, damit diese ‚Kleinode‘ erhalten werden können.“

Natürlich reisen die Hörerinnen und Hörer von Radio Prag International nicht nur nach Tschechien, sondern in die ganze Welt. So etwa Horst Cersovsky aus Sangerhausen:

Nordirland | Foto: wangxiawhx,  Pixabay,  Pixabay License

„Auch in diesem Jahr sende ich einen Empfangsbericht aus Nordirland. Ich verbringe wieder ein paar entspannte, erholsame Urlaubstage im Norden der grünen Insel. Dank einer stabilen Internetverbindung höre ich auch hier das deutsche Programm von Radio Prag und besonders gern mit Blick aus dem Cottage auf die Atlantik-Küste.“

Radio Prag International an der Atlantik-Küste, welche tolle Vorstellung!

Zu einem Urlaub gehört nicht nur das Reisen und Entdecken oder Radio-Hören, sondern zweifelsohne auch das Lesen. Zum Thema Bücher hat uns Lutz Winkler aus Schmitten im Taunus geschrieben:

„Bisher habe ich Bücher in Papierform gekauft, doch die Regale platzen aus allen Nähten, und so lese ich seit einigen Monaten die Bücher also elektronisch. Ich habe mich jetzt an diese Form des Lesens gewöhnt, zumal wir auch Zeitungen und Zeitschriften fast nur noch in elektronischer Form lesen. Dazu habe ich eine Frage: Wie sind die Gewohnheiten in Tschechien bezüglich des Lesens? Gibt es die Bücher alle auch als E-Book, oder lesen die Leute doch lieber auf Papier? Erscheinen Zeitungen und Zeitschriften noch auf Papier oder auch eher in elektronischer Form?“

31 Prozent der Tschechen lesen E-Books

Foto: Myriams-Fotos,  Pixabay,  Pixabay License

Die Nationalbibliothek führt alle fünf Jahre eine Untersuchung der Lesegewohnheiten hierzulande durch. Die letzten Ergebnisse liegen für das Jahr 2023 vor. Demzufolge lesen etwa 31 Prozent der Tschechen mindestens ab und zu ein Buch in elektronischer Form, davon 15 Prozent regelmäßig und 16 Prozent gelegentlich. Im Jahr 2018 lag der Anteil E-Book-Leser noch bei nur 18 Prozent. Das zunehmende Interesse ist daher offensichtlich, trotzdem sehen darin Buchhändler keine Bedrohung für den Verkauf traditioneller gedruckter Bücher. Etwas anders ist die Lage bei den Zeitungen und Zeitschriften, weil die Auflagen deutlich sinken. So wurden vor 15 Jahren in Tschechien täglich insgesamt 1,2 Millionen Papierzeitungen verkauft, heute sind es nur noch etwas mehr als 300.000. Vor genau einem Jahr erlebte die Zeitung Lidové noviny ihr Ende in Papierform, sie wurde seit 1893 herausgegeben. Viele Zeitungen und Zeitschriften erscheinen hierzulande heute in beiden Formen – sowohl im Papierdruck, als auch in elektronischer Form, die man abonnieren kann. Bei einigen Medien ist das Online-Angebot teilweise frei zugänglich, für den Rest der Artikel muss man aber zahlen.

Foto: Jan Kubelka,  Radio Prague International

Achim Kissel aus Duisburg ist zweifelsohne ein begeisterter Leser. Er berichtet:

„So lange ich zurückdenken kann, habe ich mich immer für Geschichte – auch die anderer Länder – interessiert. So höre ich Ihre Rubrik ‚Kapitel aus der tschechischen Geschichte‘ sehr gerne. Hilfreich sind auch Bücher zu diesem Thema. So las ich kürzlich das Buch von Josef Macek über die Hussitenbewegung in Böhmen. Dies war nicht die Bewegung eines kleinen Kreises von Geistlichen oder Adligen, sondern eine wirkliche Volksbewegung. Und sie hat Impulse gegeben für die Reformation in Deutschland und der Schweiz. Jan Hus und seine Anhänger haben den Weg geebnet für Luther, Münzer und Zwingli.“

Und bei der Geschichte, allerdings der viel jüngeren Geschichte bleiben wir auch beim nächsten Kommentar. Ralf Urbacnzyk aus Eisleben fand das Gespräch mit der Regisseurin Lenka Ovčáčková über ihren aktuellen Dokumentarfilm „Das Licht für die Zukunft“ ganz spannend, wie er berichtet. Im Film sprachen drei Zeitzeuginnen der Vertreibung von Deutschen aus der Tschechoslowakei nach dem Zweiten Weltkrieg:

„Das ist ein schöner Titel. Obwohl sich der Kern des Films auf die Ereignisse zwischen 1943 und 1952 bezieht, wird durch die unmittelbare Einbindung der drei Zeitzeuginnen mehr als 70 Jahre später klar, dass das Leben nach 1952 weiterging. Solche Biografien sind ein unermesslicher Schatz, die den nachkommenden Generationen Orientierung bieten können. Sie zeigen auf, wie sich Probleme entwickeln und wie sie gelöst werden können, wie Menschen in extreme Situationen hereingeraten und wie sie wieder herausfinden. Hoffentlich findet dieser Film genügend Interesse bei den Kinos und Kulturveranstaltern, im günstigsten Fall so viel Interesse, dass er auch in meiner näheren Umgebung gezeigt wird.“

Und das war’s für heute. Schreiben Sie uns bitte weiter! Unsere Adresse lautet: Radio Prag International – Deutschsprachige Redaktion, Vinohradská 12, 120 99 Prag 2, Tschechische Republik. Oder Sie schicken eine E-Mail an: [email protected].

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