Tschechien schickt Dokumentarfilm über Fotografin Jarcovjáková ins Rennen um Oscar

„Noch bin ich nicht, wer ich sein möchte“

Die Mitglieder der Tschechischen Film- und Fernsehakademie (ČFTA) schicken den Dokumentarfilm „Ještě nejsem, kým chci být“ („Noch bin ich nicht, wer ich sein möchte“) in das Rennen um den Oscar für die beste ausländische Kinoproduktion.

Libuše Jarcovjáková und Klára Tasovská | Foto: Michael Erhart,  Tschechischer Rundfunk

Im Namen der Akademie informierte darüber am Montag Silvie Marková die Nachrichtenagentur ČTK. Der Dokumentarfilm der Regisseurin Klára Tasovská erzählt vom Leben der international anerkannten tschechischen Fotografin Libuše Jarcovjáková. Der Film beschreibt den Underground der 1980er Jahre in der Tschechoslowakei, die dramatische Flucht der Fotografin nach Westberlin sowie ihre Arbeit für die Modeelite in Tokio. Die Doku erlebte im vergangenen Jahr bei der Berlinale ihre Weltpremiere. In diesem Jahr wurde sie mit dem tschechischen Filmpreis „Český lev“ für den besten Dokumentarfilm geehrt.

Regisseurin Tasovská teilte mit, sich über die Entscheidung der Akademiemitglieder zu freuen. Es sei das erste Mal in der Geschichte, dass Tschechien einen Dokumentarfilm in das Rennen um einen Oscar schicke, merkte sie an. Dafür sei sie wirklich dankbar, so Tasovská weiter.

Mit dem Oscar wurden bisher nur zwei tschechoslowakische und ein tschechischer Film ausgezeichnet: 1966 „Obchod na korze“ („Das Geschäft auf der Hauptstraße“) von Ján Kadár und Elmar Klos, 1968 „Ostře sledované vlaky“ („Liebe nach Fahrplan“) von Jiří Menzel und 1996 „Kolja“ („Kolya“) von Jan Svěrák.

Autor: Martina Schneibergová | Quelle: ČTK
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