800 Jahre Znojmo: Die Königsstadt im Zeichen der Kult-Gurken
Znojmo / Znaim feiert sein 800-jähriges Stadtjubiläum. Die Feierlichkeiten betonen die Stadtgeschichte, das unterirdische Labyrinth und die legendäre Znaimer Gurke.
Znojmo liegt im Süden Mährens, nur wenige Kilometer von der österreichischen Grenze entfernt. Dank der strategischen Lage zwischen Brno / Brünn und Wien war die Stadt jahrhundertelang ein lebendiger Knotenpunkt verschiedener Kulturen, Sprachen und Handelswege. Bereits im 12. Jahrhundert erstreckte sich rund um die fürstliche Burg eine romanische Siedlung mit einem Marktplatz und zwei Kirchen, bevor König Přemysl Ottokar I. sie zur Königsstadt erhob. Das älteste erhaltene schriftliche Dokument, in dem Znojmo bereits als gegründete Stadt erwähnt wird, ist eine Urkunde vom 19. September 1226.
Historische Wahrzeichen über und unter der Erde
Eine der größten Überraschungen für Besucher der Stadt ist die Unterwelt – eines der größten mittelalterlichen Gängesysteme Mitteleuropas. Einst als Keller, Zufluchtsort und Verteidigungsanlage gebaut, zeigt das Labyrinth heute die raffinierte historische Stadtstruktur. Es werden sowohl klassische Führungen als auch Adrenalin-Touren angeboten.
Der spätgotische Rathausturm aus dem 15. Jahrhundert ist das markanteste Wahrzeichen von Znojmo. Nach einer umfassenden Renovierung ist er nun wieder für die Öffentlichkeit zugänglich. Die Aussichtsplattform in 32 Metern Höhe bietet einen faszinierenden Blick über die Dächer der Stadt, das Thaya-Tal und bei guter Sicht sogar bis zu den Alpen. Eine neue Ausstellung informiert Besucher die Geschichte des Turms und seine Bedeutung für die Region.
Znaimer Gurke als Jubiläumssymbol
Znojmo ist weit über seine Grenzen hinaus für seine eingelegten Gurken bekannt, deren Tradition in der Region bis ins 16. Jahrhundert zurückreicht. Zu einem echten Phänomen wurden sie jedoch erst im 19. Jahrhundert, als lokale Anbauer begannen, die Gurken nach Österreich oder Schweden zu exportieren. Obwohl heute nicht mehr vor Ort produziert wird, lebt die Legende weiter: Die Organisatoren der Feierlichkeiten nutzen das Gurkenmotiv und Einmachgläser als spielerisches, humorvolles Symbol für des Stadtjubiläums.
Das Fest fand seinen Höhepunkt schon im Juni, doch die Veranstaltungen und monatlichen Themenführungen laufen das ganze Jahr weiter. Am 3. Oktober geht es auf die Spuren bedeutender Persönlichkeiten, am 1. November um die Geschichte des Brauwesens, und am 12. sowie 19. Dezember wird der Rathausturm für Aufstiege geöffnet.
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