Social Watch: Corona-Epidemie hat Ungleichheiten vertieft

Die Corona-Epidemie hat in Tschechien die Ungleichheiten vertieft und sich vor allem auf Frauen ausgewirkt. Dies konstatiert der jüngste Bericht der tschechischen Koalition des NGO-Netzwerks „Social Watch“.

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Der Bericht von Social Watch wurde am Donnerstag in Prag vorgestellt. Im Dokument wird darauf hingewiesen, dass sich die Wohnungsnot immer weiter vertieft. Wohnungen seien hierzulande nicht mehr erschwinglich, heißt es dort. Zudem bemängeln die Autoren, dass es dem Regierungskabinett zunehmend schwer fällt, die Ziele im Klimaschutz sowie die Verpflichtungen im Bereich der Entwicklungshilfe zu erfüllen. Die Politiker hätten vor allem Firmeninteressen durchgesetzt und während der Corona-Epidemie versagt, heißt es.

Die Social Watch besteht aus zehn Organisationen, die sich auf den Kampf gegen Armut, den Schutz der Menschenrechte, den Klimaschutz und die Durchsetzung gleicher Chancen konzentrieren. Wie der Vorsitzende der Koalition, Jiří Silný, betonte, hat sich die Pandemie vor allem für Frauen negativ ausgewirkt. Sie werden seinen Worten zufolge ohnehin auf dem tschechischen Arbeitsmarkt deutlich schlechter entlohnt als Männer. Hinzugekommen seien extreme Belastungen. So stellen Frauen bis zu 80 Prozent der Beschäftigten in Pflegeberufen und im Gesundheitswesen. Diese Bereiche standen während der Corona-Wellen am stärksten unter Druck und waren den höchsten Risiken ausgesetzt. Die Folgen seien fatal gewesen, so Silný. Zudem erinnerte der Vorsitzende daran, dass im Lockdown auch die häusliche Gewalt angestiegen sei.

In den Social-Watch-Berichten wird in den vergangenen Jahren vor allem eine Lösung der Wohnungsnot in Tschechien als wichtig bezeichnet. In diesem Jahr wurde an die Preisanstiege bei Immobilien erinnert und an die Verknappung auf dem Markt wegen fehlender Bautätigkeit und spekulativer Einkäufe. Laut der Koalition müsste der Wohnungsbau angekurbelt und Immobilien progressiv besteuert werden.

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