Tschechien kehrt nach Corona zur Normalität zurück

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Das Leben in Tschechien kehrt nach der Corona-Krise zur Normalität zurück. Bis auf wenige Ausnahmen werden ab dem 1. Juli die Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus aufgehoben.

Jarmila Rážová (Foto: ČTK/Šulová Kateřina)

In Tschechien beginnen an diesem Mittwoch die zweimonatigen Sommerferien. Mit dem ersten Ferientag endet auch die allgemeine Pflicht, eine Mundschutzmaske zu tragen. Die Chefin des zentralen Gesundheitsamtes, Jarmila Rážová, sagte dazu in der Früh gegenüber dem Tschechischen Rundfunk:

„Außer in den Hotspots, besonders in Karviná, herrscht eine sehr gute epidemiologische Lage in Tschechien. Wir sollten daher keine Mundschutzmasken mehr im Freien tragen, insbesondere angesichts des warmen Wetters, das wir erwarten. Man sollte sich aber weiter an einige Regeln halten, also Hände waschen beziehungsweise desinfizieren. Es ist auch von Vorteil, wenn man zu anderen Menschen weiter einen gewissen Abstand hält. Vor allem aber, und das möchte ich betonen, wenn man sich nicht wohl fühlt und etwa an einer Erkrankung der Atemwege leidet, soll man zuhause bleiben und nicht womöglich zur Quelle der Ansteckung für andere Menschen werden.“

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Von den Erleichterungen ausgeschlossen bleiben teilweise der Mährisch-Schlesische Kreis und in geringerem Maße auch Prag. In der Hauptstadt besteht die Maskenpflicht auch weiterhin bei Veranstaltungen in geschlossenen Räumen mit mehr als 100 Besuchern sowie in der Prager U-Bahn. Im ganzen Land gilt die Maskenpflicht nur noch in sozialen und in Gesundheitseinrichtungen. In dem vom Coronavirus aktuell am schwersten betroffenen Mährisch-Schlesischen Kreis werden einige Maßnahmen hingegen verschärft. In den dortigen Corona-Hotspots muss man in allen Innenräumen und in öffentlichen Verkehrsmitteln die Maske tragen. Bei Veranstaltungen dürfen höchsten 100 Menschen an einem Platz zusammenkommen, und diese maximale Besucherzahl gilt auch für Freibäder. Besuche in Krankenhäusern und Sozialeinrichtungen sind dort verboten.

Ansonsten aber kehrt hierzulande das Leben zur Normalität zurück. Und einige Aktivitäten werden sogar forciert. So locken mehrere Kampagnen zu Besuchen historischer Orte und Sehenswürdigkeiten in Tschechien an. Das staatliche Denkmalschutzamt verwaltet landesweit etwa 100 Burgen und Schlösser, aber auch moderne Architekturbauten und technische Baudenkmäler. Jana Hartmanová ist Sprecherin des Amtes:

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„Heute gelten schon ganz normale Regeln für den Besuch der Denkmäler. Wir empfehlen unseren Besuchern aber, untereinander etwas Abstand zu wahren und sich nicht zu versammeln. Und wir bevorzugen Online-Zahlungen.“

Das Denkmalschutzamt erwägt zudem Maßnahmen, um nach der Pause mehr Besucher begrüßen zu können:

„Wir planen, die Hauptsaison bis Ende September zu verlängern. Das bedeutet, dass einige Denkmäler auch montags offen bleiben, wenn sie normalerweise geschlossen sind. Große Baudenkmäler wie die Schlösser Hluboká und Lednice oder die Burg Karlstein, haben die Öffnungszeiten an sieben Tagen in der Woche bereits eingeführt.“

Die Besucherzahlen liegen gegenwärtig bei etwa der Hälfte der Zahlen von Mitte 2019. Der Trend sei aber steigend, sagt Hartmanová. Um die Touristen zum Reisen zu ermuntern, hat das Denkmalschutzamt eine Kampagne ins Leben gerufen:

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„Wir fordern die Menschen auf, eine historische Stätte zu besuchen, sich dort zu fotografieren und ihr Bildmaterial in den Sozialen Netzen zu teilen. Auf diesem Weg können mehr Leute über Denkmäler erfahren, die sie bisher noch nicht kannten.“

Auch Prag startet am Mittwoch eine Marketing-Kampagne, um den unter der Corona-Krise leidenden Tourismus anzukurbeln. Gäste aus dem Inland, die in Prager Hotels übernachten, bekommen Gutscheine für den Besuch kultureller Einrichtungen angeboten. Hana Třeštíková (Praha Sobě) von der Prager Stadtleitung erläutert das Prinzip der Aktion unter dem Motto „In Prag wie zuhause“:

„Je länger man bleibt, desto mehr Benefizpunkte bekommt man. Diese gelten dann für Kultureinrichtungen, aber auch etwa für den Zoo, das Planetarium und für Aussichtstürme.“