Tücken der Sprache: das tschechische Ř

Das tschechische Ř

In der heutigen Lektion unseres Sprachkurses lernen wir etwas typisch Tschechisches, nämlich den Buchstaben „Ř“.

Mám tři koně u Třeboně,

mám tři koně, hřebce,

kdo mé hřebce potřebuje,

ať si o ně řekne.

Drei Pferde - tři koně | Foto: Wolfgang Claussen,  Pixabay,  CC0

„Ich habe drei Pferde bei der Stadt Třeboň. Wer die Hengste braucht, muss mich fragen.“ Möchten Sie dieses Gedicht auch einmal vortragen können? Dann müssen Sie zunächst lernen, „ř“ richtig auszusprechen. Ř ist ein Buchstabe – písmeno im tschechischen Alphabet – abeceda. Geschrieben wird er als ein R mit einem Häkchen – háček. Ähnliche Laute gibt es auch etwa im Polnischen oder Sorbischen, doch sie klingen etwas anders.

Untere Schneidezähne - dolní řezáky | Foto: Chrisbwah,  Wikimedia Commons,  CC BY-SA 3.0

Wie kann man den Laut Ř richtig aussprechen? Auch bei vielen tschechischen Kindern kommt dies nicht von sich selbst, sondern es muss geübt werden. Wichtig ist, die Aussprache des gerollten Zungenspitzen-R zu beherrschen. Das heißt, jenes R, das vorne, mit der Zungenspitze – špička jazyka gebildet und auch in manchen süddeutschen Sprachgebieten gesprochen wird. Des Weiteren muss man Sprechwerkzeuge – mluvidla richtig einstellen. Die Zunge – jazyk muss hinter die unteren Schneidezähne – dolní řezáky, berührt sie aber nicht. Beide Kiefer – čelisti werden einander nähergebracht, aber nicht aneinandergedrückt. Und Lippen – rty müssen nach vorne gespitzt werden. Dann hebt man die Zungenspitze Richtung oberes Zahnfleisch – dáseň und bringt sie dort durch stoßartige Ausatmung – výdech leicht ins Schwingen – rozkmitat. So entsteht das Zungenspitzen-R. Nachdem man den Mund richtig in Stellung gebracht hat, wird geflüstert – šeptat. Was dabei herauskommt und zu hören ist, ist eben das Ř. Einfacher ist dies in Verbindung mit anderen Konsonanten, wie etwa TŘI und DŘI.

Rauch steigt aus dem Schornstein - z komína se kouří  | Foto: minka2507,  Pixabay,  CC0

Jetzt haben Sie das Ř gelernt. Zum Üben und zum Spaß haben wir noch ein paar Kindersprüche für Sie: „Rauch steigt aus dem Schornstein, das Abendessen wird gekocht. Die Köchin sagt dabei zu sich: für Mařenka, für Jiří, und auch für den Řehoř, der im Hof schreit.“

Z komína se kouří,

večeře se vaří.

Kuchařka si přitom říká:

Pro Mařenku, pro Jiříka,

i pro toho Řehoře,

co tam křičí na dvoře.

Ich schneide Holz - řežu dříví | Foto: Christoph Schütz,  Pixabay,  CC0

Oder auch etwa: „Ich schneide Holz, bis ich krumm bin. Ich schneide Nussbaum-Holz und schichte es unter das Dach. Ich schneide Holz in Scheite, und Kateřinka kocht Brei.“

Řežu, řežu dříví,

až jsem celý křivý.

Řežu dříví z ořechu,

narovnám je pod střechu.

Řežu dříví na polínka,

vaří kaši Kateřinka.

Verpfeffere mir nicht das Schweinefleisch! - nepřepepři toho vepře | Foto: Robert Owen-Wahl,  Pixabay,  CC0

Und zum Schluss noch ein beliebter Zungenbrecher: „Gevater Peter, verpfeffere mir nicht das Schweinefleisch!“ Kmotře Petře, nepřepepři toho vepře. Auf Wiederhören! Na slyšenou!