Wirtschafts-Wochenrückblick: 15. bis 21. Januar

Foto: Archiv Inekon Group

Nachdem zu Beginn des Jahres einige Prognosen zur Konjunkturentwicklung in Tschechien herauskamen, standen in den vergangenen Tagen eher einzelne Branchen und Firmen im Mittelpunkt. Der Wochenüberblick über das Wirtschaftsgeschehen für 15. bis 21. Januar.

Foto: Archiv Inekon Group
Zunächst stand in der vergangenen Woche der Maschinenbau im Mittelpunkt. Denn tschechische Straßenbahnen sollen bald in Washington fahren. Die tschechische Firma Inekon Group schloss vor etwa zehn Jahren mit der US-Hauptstadt einen lukrativen Kontrakt für die Lieferung von Straßenbahnwagen. Der Ausbau des Straßenbahnnetzes in Washington dauerte der Firma zufolge aber länger als geplant. Die Straßenbahnwagen konnten darum erst vor kurzem vor Ort getestet werden – und das mit Erfolg. Nun soll der Kontrakt im Wert von rund 24 Millionen US-Dollar auch umgesetzt werden.


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Leicht positiv ins Jahr 2014 blickt auch das tschechische Hotelgewerbe. Es erwartet einen leichten Anstieg der Übernachtungen in diesem Jahr. Der Zuwachs dürfte bei zwei bis drei Prozent liegen. Dies sagte der Leiter der staatlichen Tourismus-Agentur CzechTourism, Rostislav Vondruška, am Donnerstag auf der Reisemesse im südmährischen Brno / Brünn. Die Gesamtzahl der Übernachtungsgäste soll 2014 nach Schätzungen der Agentur bei 7,25 Millionen liegen. Der scheidende Minister für Regionalentwicklung, František Lukl, beklagte indes, dass sich der Tourismus in Tschechien zu sehr auf die städtischen Zentren konzentriere. Architektonische Juwelen an der Peripherie würden manchmal einfach vergessen, so Lukl.


Foto: Archiv Tatra
Beim Fahrzeugbau sieht der Lastwagenhersteller Tatra seine Auftragslage als stabilisiert. Im vergangenen Jahr verkaufte der Produzent aus dem mährischen Kopřivnice insgesamt 772 Lkw. Im März 2013 hatten neue Eigner die Firma nach einer Zwangsversteigerung übernommen. Nach vorläufigem Ergebnis erzielte Tatra im vergangenen Jahr einen Gewinn von umgerechnet fast 110 Millionen Euro.


Radovan Vítek (Foto: TV Nova)
Am Montag wurde dann bekannt., dass der tschechische Milliardär Radovan Vítek ein Drittel der Anteile der Immobiliengesellschaft Orco Germany erwerben darf. Das entschied ein Luxemburger Gericht. Orco Germany ist Teil der in Luxemburg ansässigen Orco-Firmengruppe. Ende November 2013 hatte die deutsche Tochterfirma beschlossen, ihr Kapital um 100 Millionen Euro zu erhöhen. Daraufhin sicherte sich Tandis, die Firma von Radovan Vítek, ein Paket von 114,6 Millionen Aktien zu 0,46 Euro pro Aktie. Weil der Tscheche damit ein Drittel der Orco-Gruppe kontrolliert, zogen zwei amerikanische Aktionäre der Orco-Gruppe vor ein Luxemburgisches Gericht, das Ende November den Verkauf der Aktien an den Tschechen zunächst blockierte. Nach der aktuellen Entscheidung des Gerichts kann Vítek nun den Vorstand der Orco-Gruppe kontrollieren.


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Last but not least wurde bekannt, dass der Tschechischen Republik rund 10 Milliarden Kronen (370 Millionen Euro) aus den europäischen Strukturfonds verloren gehen dürften, diese Summe hätte das Land eigentlich im vergangenen Jahr noch ausschöpfen müssen. Wie der stellvertretende Minister für Regionalentwicklung, Daniel Braun, sagte, sei aber das Jahreslimit zu 97 Prozent in Anspruch genommen worden. Außerdem habe noch im Juni der Verlust von Mitteln in einer Höhe von 30 Milliarden Kronen (1,1 Milliarde Kronen) gedroht. Das sei aber abgewendet worden, so Braun.

Autor: Till Janzer
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