Annín feiert Namenstag mit neuer Anna-Statue

Foto: Martina Schneibergová

Der Böhmerwaldort Annín / Annathal liegt am linken Ufer des Flusses Otava. Bekannt geworden ist er durch die Produkte der dortigen Glashütte, die Ende des 18. Jahrhunderts gegründet wurde. Seit einigen Jahren ist die Glashütte wieder in Betrieb. Und seitdem gibt es auch eine Glasmacher-Wallfahrt, diese findet um den 26. Juli herum statt – dem Tag der Hl. Anna. Am vergangenen Wochenende wurde in Annín erneut gefeiert.

Kapelle in Annín  (Foto: Martina Schneibergová)

Andrea Herzog  (Foto: Martina Schneibergová)
Auch bayerische Musik erklang auf dem kleinen Podium vor der Kapelle in Annín. Die Gemeinde wurde im 19. Jahrhundert nach Anna aus der Glasmacherfamilie Müller benannt. In dem Dorf fand daher am Wochenende nicht nur die Glasmacherwallfahrt statt, sondern es wurde auch der Namenstag des Ortes begangen. Begrüßt wurden die Gäste dabei unter anderem von der ehemaligen bayerischen Glaskönigin Andrea Herzog. Sie mache schon zum dritten Mal in Annín mit, sagte sie.

„Dieses Mal bin ich auch mit einem kleinen Stand dabei, an dem man ein kleines Herz aus Glas zum Mitnehmen blasen kann. Ich wünsche uns einen schönen Tag in Annathal.“

Zu den Höhepunkten des Samstagsprogramms gehörte auch ein Treffen von Frauen und Mädchen, die Anna heißen. Sie sollten sich um 14 Uhr bei einem der Stände melden. Luboš Rafaj ist Mitarbeiter des Museums der Rekorde in Pelhřimov. Er hat die Annas offiziell gezählt.

Annas und Aničkas  (Foto: Martina Schneibergová)
„Wir haben zwischen 14 Uhr und 14.30 Uhr hier 37 Annas und Aničkas verzeichnet. So wird es auch offiziell in das Buch der Rekorde eingetragen. Das heißt, für einen Moment haben sich 37 Annas versammelt und das auch noch im Ort namens Annín, dies ist einzigartig.“

Die Annas seien aber nicht nur aus der Umgebung gekommen, sondern sogar auch aus Mähren, betonte der Experte.

Mit Konzerten und Vorstellungen historischer Tänze ging es auf dem Dorfplatz weiter bis in die Nacht. Ein mehr geistliches Programm gab es dann am Sonntag. Am Vormittag begab sich eine Wallfahrtprozession aus Annín hinauf zur Grabkapelle, die im Wald oberhalb der Glashütte steht. In der Ende des 19. Jahrhunderts erbauten Kapelle sind Angehörige der Familie Schmid bestattet, der früheren Besitzer der Glashütte. Der Sakralbau wurde erst vor einigen Jahren instand gesetzt. Zur Feier wurde in der Kapelle ein Gottesdienst gefeiert, dabei wurde eine neue Statue der heiligen Anna gesegnet. Diese ersetzt eine frühere Plastik vor der Kapelle, die irgendwann verschwunden ist.

Bartoloměj Štěrba  (links) mit der Statue der heiligen Anna  (Foto: Martina Schneibergová)
Viel Beifall erhielt der Bildhauer Bartoloměj Štěrba für das neue Werk. Zu jeder Heiligenfigur würden auch bestimmte Attribute gehören, erzählte der Künstler:

„Die heilige Anna wird meist mit einem Kopftuch und in einem Kleid mit einem Gürtel abgebildet. Neben ihr steht eine kleine Jungfrau Maria mit einem Buch in der Hand. Bevor ich den Stein für eine Skulptur bearbeite, mache ich immer aus Knetmasse einen kleinen Entwurf. Dies ist schon meine zweite Plastik für diese Gegend. Vor zwei Jahren habe ich an einer Statue des heiligen Mauritius für die Kirche St. Maurenzen gearbeitet, die nicht weit von dieser Kapelle entfernt ist. Mittlerweile habe ich schon eine Art Beziehung zu der Gegend hier entwickelt. Denn schon während meiner Arbeiten in St. Maurenzen haben mich immer einige Menschen besucht, und die sind auch diesmal wieder gekommen.“

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