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2) Vielseitiger Vierbeiner: Den Chodenhund schätzen Liebhaber, Polizisten und Rettungssanitäter

Chodenhund

In unserer Sendereihe „Einfach tierisch – Zuchtrassen aus Tschechien“ stellen wir Ihnen Hunde vor, die ihren Ursprung in Tschechien haben. In der zweiten Folge beschäftigen wir uns heute mit dem Chodenhund.

Foto: Klub der Freunde des Chodenländer Hundes

Seinen Namen hat der Hund von der tschechischen Volksgruppe der Choden. Diese siedelt seit dem 13. Jahrhundert in der Region um Domažlice / Taus, also unweit der heutigen Grenze zu Bayern. Die Aufgabe der Choden war es schon immer, das böhmische Gebiet zu bewachen. Dabei wurden sie natürlich auch von Hunden unterstützt. Im Interview für Radio Prag International beschreibt Vladimíra Tichá von der Böhmisch-mährischen kynologischen Gesellschaft das Aussehen des Vierbeiners:

Foto: Klub der Freunde des Chodenländer Hundes

„Als Kind habe ich mir den Hund der alten Choden immer als ein großes Tier vorgestellt, etwa wie einen irischen Wolfshund. Der Chodenhund ist aber ein wenig kleiner. Laien könnten ihn etwa mit einem deutschen Schäferhund verwechseln. Er ist aber nicht ganz so groß und hat einen flacheren Rücken.“

Foto: Klub der Freunde des Chodenländer Hundes

Auch wenn er kein Schäferhund ist – als Bewacher auf der Weide hat sich der Chodenhund in der Geschichte bewährt. Heute werden die Tiere allerdings eher anders genutzt. Züchterin Tichá beschreibt, wie vielseitig die Chodenhunde sind:

„Es ist wirklich eine ganz wunderbare Rasse. Das Tier kann als Diensthund abgerichtet werden, es kann Agilityparcours laufen, und wenn man Ski oder Fahrrad fährt, läuft der Chodenhund gern nebenher. Zudem kann er in der Wohnung oder draußen gehalten werden, und er streitet sich nicht mit anderen Hunden.“

Foto: Klub der Freunde des Chodenländer Hundes

Sogar bei Tanzveranstaltungen sei der Hund bereits aufgetreten, so Vladimíra Tichá.

Bis heute ist die Rasse zwar international nicht anerkannt, in Tschechien wird sie jedoch seit 1984 offiziell geführt. Zu Beginn der 1980er Jahre drohte der Chodenhund auszusterben. Einige Enthusiasten konnten jedoch die letzten Exemplare ausfindig machen und das Fortbestehen sicherstellen.

Karel Peroutka | Foto: Archiv von Karel Peroutka

Um die Zucht der Rasse kümmert sich in Tschechien heute der Klub der Halter von Chodenhuden. Bei deren Veranstaltungen tauchen die stolzen Besitzer der Vierbeiner nicht selten in den traditionellen Trachten des Chodenlandes auf. Die Geschichte des Vereins geht zurück bis ins Jahr 1991. Seit zehn Jahren ist Karel Peroutka aktiv dabei. Im Interview für Radio Prag International schildert er, wie Chodenhunde professionell eingesetzt werden:

Foto: Klub der Freunde des Chodenländer Hundes

„Ein Chodenhund arbeitet etwa bei der Gefängnispolizei, um Drogen aufzuspüren. Heute ist er schon 13 Jahre alt, er hat aber gute Arbeit geleistet. Für die Geruchsdifferenzierung sind Chodenhunde hervorragend geeignet. Einige Nachkommen meiner Tiere werden beim Rettungsdienst in Deutschland eingesetzt. Sie helfen dort, vermisste Personen zu finden.“

Foto: Klub der Freunde des Chodenländer Hundes

Aufgrund seiner Eigenschaften wird der Chodenhund mittlerweile weltweit gezüchtet und nicht mehr nur im Westen Tschechiens. So wird derzeit mit insgesamt 1700 lebenden Exemplaren gerechnet. Die meisten von ihnen werden in Europa gehalten. Karel Peroutka zufolge gab es 2016 eine europäische Hundeausstellung, bei der 300 Exemplare der besonderen Rasse anwesend waren. Für kommendes Jahr plant der Klub der Halter von Chodenhuden eine weltweite Zusammenkunft in Tschechien. Das Bellen der Tiere wird dann wieder durch Domažlice und die Umgebung schallen.

Foto: Klub der Freunde des Chodenländer Hundes