Ins Ferienlager trotz Coronavirus

Foto: Barbora Hakenová
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Die Ferienlager. Tausende Kinder hierzulande verbringen dort ihre Sommerferien. Wegen der Corona-Pandemie drohten sie in diesem Jahr auszufallen. Doch nun wurden sie vom Gesundheitsministerium erlaubt.

Foto: Barbora Hakenová

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Sommerferienlager für Kinder und Jugendliche haben in Tschechien eine lange Tradition. Falls sich die epidemiologische Lage nicht verschlechtert, dürfen die beliebten Gruppenaufenthalte außerhalb der Städte unter speziellen Bedingungen auch in diesem Jahr stattfinden. Diese Hoffnung machte das Gesundheitsministerium den Jugendverbänden und den anderen Veranstaltern, aber auch den Eltern und den Kindern selbst. Der erste Turnus könnte bereits am 27. Juni starten. Am Freitag hat das Ministerium das Schutzkonzept für die Ferienlager auf einer Pressekonferenz in Prag vorgestellt. Die erste Einschränkung gilt für die Zahl der Teilnehmer. Jarmila Rážová ist die Leiterin des zentralen Gesundheitsamts in Tschechien:

Jarmila Rážová  (Foto: ČTK / Michal Krumphanzl)
„Bei Veranstaltungen, die in Gebäuden und Hütten stattfinden, sind höchstens 300 Teilnehmer möglich. Für Zeltlager wurde die Obergrenze von 100 Personen festgelegt.“

Große Bedeutung wird der strengen Einhaltung hygienischer Vorkehrungen beigemessen:

„Dazu gehören das Händewaschen mit flüssiger Seife, Einweghandtücher und die Nutzung von Desinfektionsmitteln. In allen Innenräumen, besonders in Toiletten und Waschräumen, müssen strikte hygienische Standards eingehalten werden.“

Besonders strenge Auflagen gibt es für die Verpflegung, Die Zubereitung des Essens muss unter erhöhten hygienischen Vorkehrungen erfolgen. Das Personal muss Handschuhe, Mundschutz und einen Arbeitsmantel tragen.

Experten geben auch Empfehlungen für das Tagesprogramm in den Lagern:

Illustrationsfoto: Bananito,  Wikimedia Commons,  CC BY-SA 3.0
„Man sollte im Rahmen des Lagers kleinere Kindergruppen bilden, die die meiste Zeit untereinander verbringen und sich nicht allzu oft mit anderen Kindern vermischen. Die Kinder einer Gruppe widmen sich gemeinsam den Lageraktivitäten, essen gemeinsam und sind womöglich von den anderen Gruppen organisatorisch oder zeitlich getrennt.“

Ausflüge und Wanderungen hingegen laut der Hygienikerin werden nicht empfohlen:

„Die Kinder sollten die Zeit innerhalb des Lagers, aber so auch in der freien Natur verbringen. Angesichts des möglichen Kontakts mit fremden Personen empfehlen wir, solche Orte nicht zu besuchen, wo Treffen mit anderen großen Menschengruppen wahrscheinlich ist.“

Auch beim Aufenthalt im Ferienlager muss man eine Mundschutzmaske mit dabei haben, doch im Lager und in der freien Natur muss sie nicht unbedingt getragen werden. Zwischen den einzelnen Turnussen muss das Lager gründlich aufgeräumt und desinfiziert werden. Das Gelände sollte dann nach Möglichkeit 24 Stunden, mindestens aber acht Stunden leer bleiben.