Im Briefkasten: Karneval, Hepatitis A, Pendler

Auch im März zitieren wir aus Ihren Zuschriften und beantworten Ihre Fragen.

Zum Auftakt unsere Quizfrage im März. Wie alle Quizfragen in diesem Jahr bezieht sie sich auf die Geschichte von Radio Prag International. Und sie lautet:

In welcher internationalen Kunstsprache hat der Tschechoslowakische Rundfunk vor dem Zweiten Weltkrieg gesendet, um ein möglichst breites ausländisches Publikum zu erreichen?

Ihre Antworten schicken Sie bitte bis Ende dieses Monats an [email protected].

Im Februar stand die Gründung des Auslandssenders in der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg im Fokus. Einer der Gründe dafür war, dass die Tschechoslowakei der Propaganda Hitler-Deutschlands etwas entgegensetzen wollte.

Soweit die richtige Antwort. Unter anderem Peter Hentig aus Deutschland hat uns diese geschickt und bekommt einen Sachpreis. Herzlichen Glückwunsch!


Und nun zu dem Teil der Sendung, in dem wir aus Ihren Zuschriften zitieren. Diesen möchten wir mit einem Glückwunsch eröffnen. Carsten Fenske hat diesen uns adressiert:

„Zum Weltradiotag am 13. Februar wünsche ich Ihnen alles Gute und bedanke mich für Ihre unermüdliche Präsenz im Äther. Es ist Ihr Verdienst, wenn Sie mir mit Ihren Programmen die Welt ein Stück näher bringen und vor allem, dass Ihr Land in meinem Bewusstsein einen festen Platz gefunden hat. Kein Tag, an dem ich nicht mindestens zwei bis drei Stationen abhöre. Jedes Funkhaus sendet mir und vielen anderen Hörern, mit seiner ganz eigenen Art, einen bunten, audiophilen Blumenstrauß und trägt damit zum besseren Verständnis des jeweiligen Senderlandes bei. Gerade in Zeiten der politischen Unruhe und Konflikte ist es immer gut, sich die Meinungen und Auffassungen anderer Länder, quasi direkt von der Quelle, zu holen.“

Nach recht langer Zeit möchte er sich wieder einmal aus München melden, schreibt Thorsten Brandenburg. Wir haben ihn vor zwei Jahren das letzte Mal im Hörerforum zitiert:

„Im letzten Jahr gab es bei mir privat wie auch beruflich viele Veränderungen, so dass ich zwar regelmäßig Ihr Programm gehört habe, jedoch nicht geschrieben habe. Nachdem ich nun durch eine Lungenentzündung für einige Zeit ‚außer Gefecht gesetzt‘ war, habe ich fast täglich Ihre Sendungen wieder gehört. Und wie auch in den letzten 45 Jahren gerne und interessiert zugehört! Ich hatte zudem wieder Gelegenheit Prag zu besuchen und mich an der Schönheit der Stadt zu erfreuen, selbst wenn der Tourismus in den letzten Jahren sehr stark zugenommen hat und es teilweise ein ganz schönes Gedränge gibt. Ich habe mir jedenfalls vorgenommen, mich wieder häufiger zu melden, sollen Sie doch wissen, dass ich immer noch gerne Ihre Sendungen aus Prag höre!“

Die Weltlage ändert sich in der letzten Zeit turbulent. Martina Pohl aus Überlingen reagiert in ihrer E-Mail von Mitte Februar auf die Münchner Sicherheitskonferenz und teilt ihre Gedanken und Ausführungen zu dem Verhältnis zwischen den USA und Europa mit uns.

„Nach vielen Reden und Debatten ist die Münchner Sicherheitskonferenz zu Ende gegangen. Hierzu fällt die Bilanz nüchtern aus. Es gibt zwar Gemeinsamkeiten in den europäisch-amerikanischen Beziehungen, aber die politischen und wirtschaftlichen Vorstellungen liegen weit auseinander. Unter der neuen Regierung gehören unvorhersehbare Forderungen fast schon zur Tagesordnung. Manche Betrachtungsweisen der amerikanischen Weltpolitik stoßen auf Missverständnis und Missmut. Sie glauben nicht mehr an die regelbasierte internationale Ordnung. Die USA wollen, dass Europa ihrem Weg Folge leistet, ansonsten droht der Bündnisbruch.“

Eine offensichtliche Fremdbestimmung werden ihrer Meinung nach viele der europäischen Länder nicht dulden, schreibt Frau Pohl. Dennoch…

„Trotz allem sollte unser Interesse auch weiterhin die Aufrechterhaltung und Pflege der transatlantischen Beziehungen bleiben. Europa muss aber seine Abhängigkeiten reduzieren und als selbstbewusste Länder-Gemeinschaft auftretend seine Positionen verteidigen. Wir brauchen eine gemeinsame Strategie und Außenpolitik. Nur gegeneinander statt miteinander sehe ich kritisch. Wir haben uns lange ausgeruht und uns auf den Schutzmantel der USA verlassen, was für uns bequem war und Sicherheit bot. Ich gebe in diesem Punkt Präsident Trump Recht, wenn er von uns Europäern verlangt, unseren Beitrag an Rüstungsausgaben zu erhöhen.“

US-Präsident Donald Trump in Davos,  Schweiz | Foto: Jonathan Ernst,  Reuters

Hepatitis-A-Daten auf Seiten des Staatlichen Gesundheitsinstituts

Sabine Lückerath bringt ihre Bedenken bezüglich der Hepatitis-A-Welle in Tschechien zum Ausdruck. Sie schreibt:

„Wegen der Hepatitis-A-Epidemie zurzeit in Prag kann ich nicht nach Prag fliegen, da ich abwehrgeschwächt bin. Impfen kommt im Moment auch nicht infrage. Es wäre sehr schön, zeitnah zu wissen, wie der Verlauf der Hepatitis-A-Epidemie in Prag ist. Es wäre sehr schön, wenn Sie darüber etwas mehr berichten würden. Ich finde keine Seite im Internet, auf der ich mich erkundigen kann, wie der aktuelle Stand ist. Es wird immer nur von der Zeit des Ausbruchs berichtet. Ich brauche aber aktuelle Zahlen und Werte und Empfehlung. Ich bin kein Tourist, sondern möchte meine Familie in Prag besuchen. Es wäre nett, wenn Sie mir Auskunft dazu geben könnten, wo ich das erfahren kann.“

Die aktuellen Daten werden alle zwei Wochen auf der Website des Staatlichen Gesundheitsinstituts (SZÚ) veröffentlicht, und zwar unter https://szu.gov.cz/temata-zdravi-a-bezpecnosti/a-z-infekce/h/virove-hepatitidy-infekcni/hepatitida-a/vha-situace-v-cr/virova-hepatitida-a/. Das Zentrum des Ausbruchs hat sich Ende vergangenen Jahres verlagert. Die meisten Erkrankungsfälle in der Zeitspanne seit Anfang 2026 werden aus Südmähren gemeldet, gefolgt von Prag. Das Gesundheitsamt in Prag informiert über die aktuelle Lage auf X: https://x.com/hygpraha/status/2028423420841533474. Demzufolge wurden in der zurückliegenden Woche, der 9. Woche des Jahres, in Prag sieben neue Erkrankungsfälle registriert, in den Wochen zuvor gab es 15 beziehungsweise 21 Fälle. Laut einer früheren Aussage der Leiterin der Epidemiologischen Abteilung im Prager Gesundheitsamt hat sich die Epidemie in der Hauptstadt stabilisiert, und im Sommer könnten wieder Normalwerte erreicht werden. Soweit also zur Hepatitis A in Tschechien.

Das Programm habe ihm gefallen, wenn auch nicht alle Musiktitel nach seinem Geschmack seien, schreibt Joachim Thiel in Bezug auf die Sendung zum 70. Geburtstag des tschechischen Rock-Musikers Michal Pavlíček. Und er fügte eine Anregung hinzu:

„Eine Bitte zu Musikvorstellungen von mir: Könnte man demnächst bei derartigen Sendungen bitte auch die Titel in Deutsch ansagen, damit man sich, falls man, wie ich, der tschechischen Sprache nicht mächtig ist, ungefähr vorstellen kann, um was es sich textmäßig handelt? Bei anderen, ähnlichen Programmen wurde das schon so durchgeführt.“

Vielen Dank für die Anmerkung. Ich denke, die deutschen Titel werden bei uns meist tatsächlich genannt. Wir werden uns bemühen, dies noch konsequenter zu tun. Und noch eine Frage von Joachim Thiel aus Wuppertal:

Karneval

„Bei uns feiern wir momentan Karneval. Der Haupttag ist der Rosenmontag, aber auch schon am Sonntag zuvor und am sogenannten Veilchendienstag werden Straßenumzüge durchgeführt. Gibt es ähnliches auch in Tschechien?“

Foto: Zdeněk Novák,  Tschechischer Rundfunk

Die Tradition der Karnevalsumzüge ist hierzulande nicht so lebendig wie in Deutschland, geschweige denn im Rheinland. Sie wurde nur in einigen wenigen Regionen in der Provinz aufrechterhalten, etwa in der Gemeinde Strání in Südostmähren oder im Chodenland im Westen Böhmens. Dennoch gibt es in den letzten Jahrzehnten Bemühungen, die Umzüge wiederzubeleben, so dass diese heute in vielen Dörfern und auch in einigen Städten stattfinden. In Prag ist dies etwa im Stadtteil Žižkov der Fall. Das Wort „karneval“ hat hierzulande eine etwas andere Bedeutung als im Deutschen. Man versteht darunter nicht den Karneval im Sinne von Fasching, sondern einen Maskenball oder eine Maskenfeier. Der Brauch, solche Karneval-Feste vor allem für Kinder, also an Schulen und in Kindergärten, in den Wintermonaten zu veranstalten, wurde hierzulande ununterbrochen, also auch zu kommunistischen Zeiten gepflegt.

Foto: Veronika Vohralíková,  Tschechischer Rundfunk

Lutz Winkler aus Schmitten im Taunus hat seinem Empfangsbericht im Februar einen Hörerbrief hinzugefügt. Er reagiert auf eine Reportage in unseren Sendungen:

„Mit Interesse habe ich den Beitrag über die tschechische Kneipe in Wien, über den ‚Kuchl‘, gelesen. Obwohl wir bei unseren Wien-Aufenthalten ganz in der Nähe übernachtet haben, ist uns diese Kneipe nicht aufgefallen. In Frankfurt gibt es ebenfalls eine tschechische Kneipe – die Prager Botschaft in der Nähe des Bethanienkrankenhauses. In München gibt es das ‚Bohemia‘ im Haus des Deutschen Ostens. Meine Tochter Clara und ihr Freund David waren da bereits, und sie waren begeistert. Wir planen in diesem Jahr ein verlängertes Wochenende in München und wollen auch diese tschechische Kneipe besuchen. Ich werde darüber berichten.“

Pendler in den Grenzregionen

Wir freuen uns auf den Bericht und wünschen guten Appetit, Herr Winkler.

Und zum Schluss noch eine E-Mail von Michael Hoffmann:

„Ich habe gerade den Beitrag von Daniela Honigmann über die Pendler in den Grenzregionen gelesen und musste einfach hiermit reagieren. Täglich lese ich Eure Webseite, und meine Frau und Freunde sagen schon spaßeshalber, ich sei schon mehr Tscheche als Deutscher, da ich manchmal eher informiert bin – über Euch –, als es im tschechischen TV erscheint. Vor allem sind es – aktuell besonders – Politik, Sport etc.“

Er sei seit 20 Jahren wohnhaft in Tschechien, und seine Frau sei Tschechin, ergänzt Michael Hoffmann:

„Mein, unser Wohnort ist ebenfalls grenznah, und ich bezeichne mich ebenfalls als Pendler. Ich arbeite in Deutschland, und ca. 80 Prozent sind tschechische Kollegen. Ich könnte also viel über meine – meist positiven – Erfahrungen berichten: die Einstellung der Kollegen gegenüber den Deutschen, Sprachbarrieren, die Schwierigkeiten der Pendler und vieles mehr. Vieles stimmt im Beitrag von Daniela Honigmann, aber eben nicht alles. Zum Beispiel, dass das Geld, der Lohn in Tschechien nicht ankommt (hab ich so verstanden), kann ich so nicht bestätigen. Zumindest bei meinen Kollegen ist es zum Großteil nicht so. Im Beitrag wurde auch die Möglichkeit des Bezugs von Kindergeld nicht erwähnt, und noch einiges anderes. Und auch meine Geschichte ist positiv durchwachsen, trotz anfänglicher Startschwierigkeiten in Deutschland und mit den tschechischen Behörden. Auch habe ich 20 Jahre an Wandel in Tschechien hautnah mitbekommen und also viele Eindrücke gesammelt – negativ wie positiv.“

Wir stehen mit Herrn Hoffmann bereits in Kontakt und freuen uns, dass er seine Lebensgeschichte mal mit uns und unseren Hörerinnen und Hörern teilt.

Und damit endet unsere heutige Sendung. Schreiben Sie uns bitte weiter an Radio Prag International, deutschsprachige Redaktion, Vinohradská 12, 120 99 Prag 2, Tschechische Republik oder per E-Mail an [email protected].

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