Regierung will eine Mindestanzahl von öffentlichen Krankenanstalten garantieren
Die Privatisierung regionaler Krankenhäuser. Eine Frage, die sowohl die politische Szene als auch die Ärzte selbst in zwei Lager trennt. Markéta Kachlíková berichtet.
David Rath repräsentiert allerdings nur einen Teil der Ärztekammer, die in dieser Frage nicht mit einer Stimme spricht. Er erläutert seine Vorstellung über die Gestalt des Krankenhausnetzes folgendermaßen:
"Wir wollen ein Grundnetz von Krankenhäusern garantieren, die auf dem Prinzip von öffentlichen Non-Profit-Organisationen arbeiten. In den EU-Ländern hat sich bestätigt, dass diese Organisationen imstande sind, eine qualitativ möglichst hochwertige Pflege zu sichern und gleichzeitig mit den anvertrauten Mitteln gut zu wirtschaften. Sie unterliegen dabei der öffentlichen Kontrolle durch verschiedene Behörden, aber auch durch die Bürger. Die Krankenhäuser als Gewinnorganisationen sehen wir lediglich als Ergänzung im System, und zwar im Umfang von etwa 20 Prozent aller Krankenhäuser."Zu den Befürwortern der Privatisierung gehört vor allem die oppositionelle Demokratische Bürgerpartei ODS. Einer ihrer Vertreter, der Arzt und Prager Oberbürgermeister Pavel Bém:
"Mehrere tschechische Krankenhäuser arbeiten seit langer Zeit als Privatgesellschaften. Wie ist die Pflege, die sie bieten? Sie ist auf hohem Niveau, zugänglich, es ist keine Auswahlpflege, keine Luxuspflege. Diese Krankenhäuser unterscheiden sich nur in einem Punkt von den staatlichen, und zwar darin, dass sie keine Verluste generieren, dass sie das tschechische Gesundheitswesen nicht verschulden. Es ist für uns also nichts Neues. Das tschechische Gesundheitswesen basiert auf einer Kombination des privaten und des öffentlichen Sektors."