Tschechien macht Masken auch draußen zur Pflicht

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Die Regierung in Prag verschärft noch einmal die Maßnahmen gegen die ansteigenden Corona-Zahlen. Ab Mittwoch müssen innerhalb von Städten und Dörfern auch draußen Masken getragen werden. Weitere Einschränkungen, die etwa die Wirtschaft betreffen könnten, sind jedoch bis Anfang November erst einmal nicht geplant.

Roman Prymula (Foto: Archiv des Regierungsamtes der Tschechischen Republik)

Die Maskenpflicht draußen kommt wieder. Bereits ab Mitte März hatte für gut zwei Monate in Tschechien etwas Ähnliches gegolten. Nun hat die Regierung am Montag die Wiedereinführung beschlossen. Gesundheitsminister Roman Prymula (parteilos) erläuterte bei der Pressekonferenz nach der Kabinettssitzung:

„Die Maßnahme bezieht sich auf den bebauten Bereich von Kommunen. Überall dort ist ab Mittwoch der Mund-Nasen-Schutz Pflicht. Und zwar dann, wenn sich zwei Menschen begegnen, die nicht zu einem Haushalt gehören und sich näher als zwei Meter kommen.“

Bisher gilt hierzulande die Maskenpflicht nur in öffentlichen Innenräumen sowie dem ÖPNV inklusive Haltestellen. Die Pflicht war im September erst wieder eingeführt worden, nachdem die Regierung sie für den Sommer ausgesetzt hatte.

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Ab Mittwoch muss der Mund-Nasen-Schutz aber auch wieder draußen getragen werden. Prymula führte die Gründe im Laufe der Pressekonferenz noch etwas aus:

„Die Bedeutung der Masken nimmt zu, je kälter das Wetter ist. Wir wollen mit unserer Anordnung das Tragen dort zur Pflicht machen, wo viele Menschen zusammenkommen. Das bedeutet aber nicht außerhalb der zentralen Teile der Kommunen.“

Die Regelung lässt allerdings viele konkrete Fragen offen. Während der Maskenpflicht im Frühling wurde zum Beispiel darüber diskutiert, ob sie auch in städtischen Parks gelten soll. Immerhin wurden diesmal alle Leute ausgenommen, die im Feien Sport treiben. Dahingegen besteht eine neue Regelung für Autofahrten…

„Falls Menschen aus mehreren Haushalten in einem Auto sitzen, dann müssen sie eine Maske tragen“, so Prymula.

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Der Gesundheitsminister ging zudem auf die Diskussion ein über einen möglichen kompletten Lockdown in Tschechien. Seit Montag vergangener Woche müssen Gastronomie, Kultur und Sport bereits ruhen, zudem sind alle Schulen geschlossen. Innenminister Jan Hamáček (Sozialdemokraten) hatte am Sonntag von fünf bis sechs Tagen bis zu einer Entscheidung über mögliche schärfere Maßnahmen gesprochen. Dies wies Prymula nun jedoch zurück:

„Es gilt, dass die bestehenden Regeln mindestens 14 Tage lang in dieser Weise in Kraft sein sollen, bevor wir bewerten können, ob sie Wirkung zeigen. Alle weiteren Maßnahmen, die während dieser Zeit kommen können, sind nur Ergänzungen und werden die Wirtschaft nicht einschränken. Das heißt, diese Woche werden wir nicht über einen Lockdwon diskutieren, aber wir müssen natürlich weiter auf die Zahlen schauen.“

Und die sind immer noch alarmierend. Am Montag kamen 8076 neue Corona-Fälle hinzu. Das ist die siebthöchste Zahl seit dem Ausbrauch der Pandemie in Tschechien.