Wählen, Wahl, Wahlen

Wählen - volby (Foto: Filip Jandourek, Archiv des Tschechischen Rundfunks)
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Willkommen bei Tschechisch gesagt. Eigentlich wäre in unserem Sprachkurs nun eine weitere Folge der Serie über die fünf Sinne dran. Da aber in Tschechien an diesem Wochenende die Wahl ins Abgeordnetenhaus stattfindet, machen wir einen Abstecher. Zu den fünf Sinnen kehren wir in einer Woche zurück.

Wählen - volit (Foto: ČTK)
Dieser Tage braucht ein Bürger hierzulande eher den sechsten Sinn – šestý smysl, eine Intuition, die ihm andeutet, wen zu wählen – volit. Gelingt es einem Kandidaten – kandidát ins Parlament zu kommen, dann ist er gewählt – zvolit. Verwechseln Sie dieses Verb nicht mit svolit, das heißt einverstanden sein. Wenn jemand einverstanden ist, etwas zu machen, sagt man uvolit se. Auserwählen heißt vyvolit. Das Wort wird vor allem im biblischen Kontext genutzt, in der Verbindung „das auserwählte Volk“ – vyvolený národ.

Die Parlamentswahl findet im Tschechischen nicht im Singular statt, sondern als Plurale tantum, also Parlamentswahlen – parlamentní volby. Die Wahl – volba als solche ist die Entscheidung, die von jedem Einzelnen getroffen wird.

Kadidaten - kandidáti
Die Wähler – voliči geben ihre Stimmen – hlasy nicht einzelnen Kandidaten – kandidáti, sondern den Parteien – politické strany. Eine Partei heißt umgangssprachlich auch partaj. Vor 1989 hatte der Ausdruck partaj nur eine Bedeutung, und zwar die kommunistische Partei, obwohl es formal hierzulande auch andere Parteien gab. Sagte man über jemanden, er ist ein Parteimitglied – je straník, beziehungsweise er ist in der Partei – je ve straně, dann hieß das automatisch, er ist Kommunist. Heute hat man ein breites Spektrum zur Wahl. An den gerade laufenden Parlamentswahlen nehmen 23 Parteien und politische Plattformen teil. Auf Wiederhören in einer Woche! Na slyšenou za týden!