Energiekonzern ČEZ nennt sieben Standorte für kleine modulare Reaktoren

Der tschechische Energiekonzern ČEZ hat seine Pläne für den Bau sogenannter kleiner modularer Reaktoren aktualisiert. Unter anderem wurden sieben Orte genannt, an denen die Kraftwerke entstehen könnten.

So hat ČEZ neben den Arealen der beiden Atomkraftwerke Temelín in Südböhmen und Dukovany in Südmähren vor allem das Gelände heutiger Kohlekraftwerke als mögliche Standorte ausgewählt. „Diese wollen wir mit Rücksicht auf die Umwelt und eine emissionsfreie Energiepolitik in kleine modulare Reaktoren umwandeln“, sagte die Leiterin des Bereichs für die Entwicklung der entsprechenden Technik bei ČEZ, Silvana Jirotková, am Mittwoch gegenüber der Presseagentur ČTK. Das erste Werk soll bereits 2032 in Temelín fertiggestellt werden, als besonders geeignete weitere Orte gelten die Areale des Steinkohlekraftwerks Dětmarovice im Kreis Mährisch-Schlesien und des Braunkohlekraftwerks Tušimice in Nordböhmen.

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Wie Jirotková bei einer Pressekonferenz in České Budějovice / Budweis weiter ausführte, will sich der Energiekonzern spätestens im kommenden Jahr für eine der Technologien zum Bau der kleinen modularen Reaktoren entscheiden. Demnach arbeitet ČEZ derzeit mit sieben Firmen zusammen, die entsprechende Konzepte entwickeln. Über die Kosten für den Bau der Anlagen gibt es bisher keine Informationen.

Politiker und Umweltschützer aus Deutschland und Österreich kritisieren die tschechischen Pläne für kleine modulare Reaktoren. So sagte der europapolitische Sprecher der Grünen im bayerischen Landtag, Florian Siekmann, vor einigen Wochen gegenüber Radio Prag International: „Viele Fragen sind offen, was konkrete Werkstoffe, die Dimensionierung und die Auslegung von Sicherheitssystemen angeht. Und da es keine Betriebserfahrungen gibt, sind auch viele Fragen zum Verhalten des Reaktors völlig ungeklärt.“

Autor: Till Janzer
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