Trotz weniger Reisenden: Tschechische Bahnen bilanzieren Gewinnzuwachs für 2025
Die Tschechischen Bahnen haben im vergangenen Jahr ihren Gewinn deutlich erhöhen können. Und das trotz etwas weniger Reisenden und vor allem großer Verluste im Güterverkehr.
Der Personenverkehr ist das Herzstück der Tschechischen Bahnen (ČD), wenn man das Wirtschaftsergebnis für 2025 nimmt. Denn er führte unter dem Strich zu einem Plus von über 1,8 Milliarden Kronen (74 Millionen Euro) für den Staatskonzern. Dies bedeutete eine Steigerung von 46 Prozent gegenüber dem vorvergangenen Jahr. Dabei sank die Zahl der Reisenden leicht um ein halbes Prozent und lag bei 168 Millionen. ČD-Generaldirektor Michal Krapinec erläuterte in den Inlandssendungen des Tschechischen Rundfunks:
„Wir haben die Kostenseite gesenkt. Und dadurch haben sich unsere Investitionen positiv ausgewirkt. Weil wir mittlerweile unsere neuen Zuggarnituren einsetzen können, zahlen die ausländischen Partner mehr für unsere Dienste, als das noch bei den alten Garnituren der Fall war.“
Zum Beispiel übernahmen die Tschechischen Bahnen mit ihren modernen Wagen die Verbindungen zwischen Prag und Budapest, weil die ungarischen Züge geringere Qualität anboten. Und noch im Mai ist zum Beispiel die Verbindung zwischen der Stadt an der Moldau und Kopenhagen hinzugekommen. In jedem Fall wies der Personenverkehr von ČD im vergangenen Jahr einen Gewinn von 2,4 Milliarden Kronen (98 Millionen Euro) aus.
Ganz anders hingegen der Güterverkehr. Das Tochterunternehmen ČD Cargo verbuchte ein Minus von 3,8 Milliarden Kronen (156 Millionen Euro). Hauptgrund war die Restrukturierung. Denn in ganz Europa steckt der Güterverkehr in der Krise. Für die Tschechischen Bahnen ist besonders schmerzhaft, dass immer weniger Kohle gehandelt wird und dementsprechend transportiert werden muss. Aber auch weitere schwerindustrielle Betriebe haben hierzulande ihre Tätigkeit eingestellt. Deswegen habe ČD Cargo zahlreiche nicht mehr benötigte Lokomotiven und Waggons abgestoßen, wie Bahnchef Krapinec erläutert:
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„Es handelt sich um einen dauerhaften Abbau bei der Firma. ČD Cargo hatte 17.000 Waggons, davon waren die Hälfte Kohlewagen. Doch für sie gibt es keine sinnvolle Nutzung mehr.“
Positiv in der Jahresbilanz der Bahnen machte sich der Verkauf von Eigentum bemerkbar, so etwa der Grundstücke auf dem Areal des ehemaligen Güterbahnhofs im Prager Stadtteil Žižkov.
Und wie erging es den privaten Anbietern im Zugverkehr? Auch Regiojet verbuchte 2025 einen Gewinn.
„Regiojet verzeichnete einen Gewinn von rund 600 Millionen Kronen (24,6 Millionen Euro, Anm. d. Red.). Dabei stieg die Zahl der Reisenden, und das vor allem im Fernverkehr – so zum Beispiel bei den Verbindungen zwischen Prag und Wien, Budapest, Bratislava sowie Ostrau“, so der Sprecher des Unternehmens, Lukáš Kubát.
Auch Leo Express gab bekannt, mehr Reisende befördert zu haben. Der Privatanbieter hat jedoch sein Jahresergebnis für 2025 noch nicht veröffentlicht, genauso wenig wie Arriva. Dies soll erst im weiteren Verlauf des Frühlings geschehen.
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